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Sexting-App: Facebook launcht Snapchat-Killer Slingshot

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Es dauerte ein bisschen länger: Statt wie im Mai rollt Facebook nun im Juni eine neue App aus, die das beliebte Sexting-Tool Snapchat unter Druck setzen soll: Slingshot ist da! Allerdings erst in den USA: Für iOS und Android stellte Facebook die App bereit. Es ist Facebooks zweiter Angriff auf den beliebten Foto-Message-Dienst Snapchat.

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Es klang nach einem Ritterschlag. „Hey Evan, ich bin ein großer Fan davon, was Du mit Snapchat anstellst“, geschrieben von keinem Geringeren als Mark Zuckerberg an den Gründer des boomenden Foto-Message-Dienstes, Evan Spiegel. Natürlich ging es Zuckerberg nicht nur um den Austausch von reinen Höflichkeiten.

Facebook wollte Snapchat kaufen – und blitzte doch ab. Drei Milliarden Dollar waren Spiegel nicht genug. Das war Ende 2012. Wenige Wochen später launchte Facebook dann tatsächlich seine Poke-App – und Zuckerberg wünschte Spiegel noch einmal persönlich „viel Spaß“. Den hatte der Snapchat-Gründer, denn Poke floppte schwer.

Zweiter Angriff auf Snapchat

Snapchat entwickelte sich in den vergangenen eineinhalb Jahren zur neben WhatsApp beliebtesten Messenger-App. Snapchat ermöglicht das zeitlich begrenzte Verschicken von Fotos, die dann wieder gelöscht werden. Das als „Sexting“ bekannte Zeitgeist-Phänomen – das Verschicken freizügiger Selbst-Aufnahmen im Social Web – erhält so endlich einen Kanal, der die peinlichen Entblößungen rückgängig macht: das Internet-Leben hat endlich ein Verfallsdatum bekommen.

Die Gefahr, dass während der Veröffentlichung von geposteten Fotos Screenshots gemacht werden, besteht freilich trotzdem. Darum gilt nach wie vor die alte Regel: Wer keine peinlichen Fotos von sich online sehen will, sollte am besten erst gar keine hochladen.

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Slingshot in den USA für iOS und Android verfügbar

Geschadet hat das anrüchige Image Snapchat keinesfalls – die App entwickelte sich schnell zum kleinen, schmutzigen Geheimnis abseits der spießigen Facebook-Welt. Entsprechend sah sich das Social Network zum Handeln gezwungen. Da Facebooks Akquise-Hunger nach den Milliarden-Übernahmen von WhatsApp und Oculus Rift zunächst gestillt zu sein scheint, arbeiteten die Entwickler der mit Abstand weltgrößten Social Networks selbst an einer Antwort auf den mobilen Foto-Flirt-Trend.

Wie die Financial Times bereits im vergangenen Monat berichtete, arbeitet Facebook seit Längerem mit Hochdruck an einer App namens Slingshot, die Video-Botschaften mit Selbstzerstörungsfunktion übermitteln soll. Nun ist es so weit: Am gestrigen Dienstagabend deutscher Zeit rollte Facebook seine neue App mit  ebendiesem Namen für iOS und Android  aus, wenn auch zunächst nur in den USA.

Über die von der Kreativabteilung Creative Labs entwickelte App bietet sie Facebook-Nutzern genau das, was sie im Vorfeld versprach: das Versenden von Fotos oder Videos an ausgewählte Nutzer oder Nutzergruppen mit zeitlicher Beschränkung. Die verpixelten Foto- und Video-Botschaften können zudem mit einem Text oder Zeichnung versehen werden und müssen vom Adressaten zunächst entsperrt werden. Wann die neue Facebook-App in den deutschen AppStore kommt, ist noch nicht bekannt.

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