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Publizist Todenhöfer vergleicht Präsident Gauck mit Terroristen

Ex-Medienmanager Jürgen Todenhöfer stellt Bundespräsident Gauck als Terroristen dar
Ex-Medienmanager Jürgen Todenhöfer stellt Bundespräsident Gauck als Terroristen dar

Der frühere Burda-Topmanager und CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Todenhöfer hat sich nach seiner Medienkarriere als Buchautor und Pazifist einen Namen gemacht. Auf Facebook hat er nun Bundespräsident Joachim Gauck in einer Fotomontage als den Führer der Terrorgruppe al-Qaida, Aiman al-Zawahiri, dargestellt. Im Text dazu bezeichnet Todenhöfer Gauck als "Jihadisten" und "überdrehten Gotteskrieger".

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Gegenüber der Bild-Zeitung nennt Todenhöfer die Fotomontage Satire. Entschuldigen wolle er sich bei Bundespräsident Gauck dafür nicht. Dieser müsse sich im Gegenteil beim deutschen Volk entschuldigen. Hintergrund für Todenhöfers Beleidigungen ist, dass Gauck am Wochenende in einem Interview mit dem Deutschlandfunk gesagt hat, der Einsatz militärischer Mittel im Kampf für die Menschenrechte sei „nicht von vorneherein zu verwerfen.“ Wörtlich sagte Gauck: „Aber heute ist Deutschland eine solide und verlässliche Demokratie und ein Rechtsstaat. Es steht an der Seite der Unterdrückten. Es kämpft für Menschenrechte. Und in diesem Kampf für Menschenrechte oder für das Überleben unschuldiger Menschen ist es manchmal erforderlich, auch zu den Waffen zu greifen. So wie wir eine Polizei haben und nicht nur Richter und Lehrer, so brauchen wir international auch Kräfte, die Verbrecher oder Despoten, die gegen ihr eigenes Volk oder gegen ein anderes mörderisch vorgehen, zu stoppen. Und dann ist als letztes Mittel manchmal auch gemeinsam mit anderen eine Abwehr von Aggression erforderlich. Deshalb gehört letztlich als letztes Mittel auch dazu, den Einsatz militärischer Mittel nicht von vornherein zu verwerfen.“ Auch auf der Münchner Sicherheitskonferenz hatte sich Gauck dafür ausgesprochen, dass sich Deutschland im Rahmen seiner Bündnisse stärker international engagieren solle. Wie man solche Äußerungen als Kriegstreiberei bezeichnen kann, bleibt das Geheimnis des Jürgen Todenhöfer.

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Jürgen Todenhöfer schreibt nun auf Facebook: „Liebe Freunde, was haben wir bloß getan, um einen solchen ‚Jihadisten‘ als Präsidenten zu bekommen? Der wie ein Irrer alle paar Monate dafür wirbt, dass sich Deutschland endlich wieder an Kriegen beteiligt.“ Todenhöfer weiter: „Unser Ex-Pfarrer erinnert immer mehr an den deutschen Militärpfarrer Adolf Schettler, der noch 1915 im 1.Weltkrieg schwärmte: ‚Dem Soldaten ist das kalte Eisen in die Faust gegeben. Er soll es führen ohne Schwächlichkeit und Weichlichkeit. Der Soldat soll totschießen, soll dem Feind das Bajonett in die Rippen bohren, soll die sausende Klinge auf den Gegner schmettern. Das ist seine heilige Pflicht. Ja, das ist GOTTESDIENST‘.  Nein, Herr Gauck! Das ist Krieg!

In den Kommentaren zu Todenhöfers Eintrag gibt es viel Zustimmung aber auch Kritik. Todenhöfer hat Bücher geschrieben wie „Wer weint schon um Abdul und Tanaya?“, „Teile dein Glück -: und du veränderst die Welt“ und „Du sollst nicht töten: Mein Traum vom Frieden“. Auch in Talkshows vertritt Todenhöfer immer wieder radikal-pazifistische Positionen. Kritiker werfen ihm vor, dass er sich mit seinen Thesen und Äußerungen zum Werkzeug von Diktatoren und Terroristen machen lässt. So empfing der syrische Machthaber Baschar al-Assad Todenhöfer zu einem Interview, in dem der Diktator ausführlich und weitgehend unwidersprochen seine Weltsicht darlegen konnte.

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