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Russisches WM-Team: Capello erteilt Social Media-Verbot

Fabio Capello
Fabio Capello

Man könnte es einen Anachronismus nennen: Altmeister Fabio Capello, hochdekorierter Nationalcoach Russlands, hat seinen Spielern kurzerhand die Verwendung sozialer Medien verboten. Vor dem heutigen Auftakt gegen Südkorea gibt es also weder Kampfansagen auf Twitter und Facebook noch Jubel-Selfies mit Wladimir Putin nach möglichen Siegen. Der russische Regierungschef käme ohnehin erst zum Finale …

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Ob das die richtige Entscheidung war? In politisch hochproblematischen Zeiten könnte Russland durchaus etwas positive PR aus der Welt der Sports vertragen – doch die sozialen Kanäle, über die menschelnde Erfolgsmeldungen um den Globus bilderreich verteilt werden können, bleiben den 23 WM-Teilnehmern Russlands verschlossen.

Im Klartext: Russlands Nationalteam hat Social Media-Verbot! Das jedoch nicht auf Weisung des Kremls, sondern auf Wunsch des Nationaltrainers Fabio Capello. Der italienische Haudegen, der zuvor fünf Jahre die englische Nationalelf betreute und viermal die Serie A mit Juventus Turin und dem AC Mailand gewann, befürchtet ungewollte Ablenkung durch die unberechenbaren Social Media-Dienste.

„Tweets können Probleme verursachen“
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„Tweets können Probleme verursachen, wenn sie nicht eindeutig geschrieben werden. Daher habe ich meine Spieler gebeten, darauf zu verzichten“, wurde der 67-jährige Altmeister, der mit Abstand als bestbezahlter Trainer des Turniers gilt, gestern zitiert.  Bedeutet: Das junge russische Team, das im Achtelfinale auf die deutsche Elf treffen könnte, muss neben Twitter auch Facebook und Instagram meiden.

Dabei hat doch gerade der möglich Gegner in der KO-Runde vorgemacht, wie imageträchtig siegreiche Selfies am Ende für die Politik sein können. Präsident Putin hatte im Vorfeld durchblicken lassen, er wolle ohnehin nur zum WM-Finale kommen – und zwar ganz gleich, ob die russische Elf vertreten sei oder nicht. Es geht schließlich auch um die Brücke in die Zukunft: In vier Jahren richtet Russland die WM aus – mit Selfies oder ohne …

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