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Nach sensationellem Schlussspurt: Krautreporter-Magazin kommt

Krautreporter: Philipp Schwörbel, Alexander von Streit, Sebastian Esser (v.l.)
Krautreporter: Philipp Schwörbel, Alexander von Streit, Sebastian Esser (v.l.) Krautreporter: Philipp Schwörbel, Alexander von Streit, Sebastian Esser (v.l.)

Lange hat es so ausgesehen, als sei das Projekt zum Scheitern verurteilt. Doch sogar fast elf Stunden vor der letzter Sekunde, haben die Krautreporter um Michael Esser, Philipp Schwörbel und Alexander von Streit die benötigten 15.000 Abonnenten erreicht. Das werbefreie Online-Magazin wird kommen. Für die Macher ein Triumph gegenüber zahlreichen Kritikern.

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Die Zahl der Abonnenten kletterte zuletzt minütlich. Rund zwölf Stunden vor dem Ablauf der Crowdfunding-Aktion waren es nur noch knapp 300 fehlende Abonnenten, die bereit sind 60 Euro pro Jahr für „unabhängigen und werbefreien Journalismus“ zu bezahlen. Das ist die Idee hinter dem Magazin, das die Verantwortlichen im Netz umsetzen wollen. Dafür bekommen sie nun insgesamt 900.000 Euro Startkapital, mit dem sie „anspruchsvollen Journalismus“ machen wollen. Der Plan: Pro Woche sollen rund 30 Autoren – darunter Stefan Niggemeier, Richard Gutjahr, Thomas Wiegold, Jens Weinreich – einen Text liefern.

Motivation für Esser ist ein kaputter Online-Journalismus“. Diesen wollen die Krautreporter richten. In der Erklärung zum Start der Finanzierungsphase hieß es im vergangenen Monat, der Netz-Journalismus sei zu sehr auf Klicks und Reichweite aus, nicht aber auf die Befriedigung der Leserbedürfnisse. Das Independent-Projekt soll das ändern und „Geschichten hinter den Nachrichten“ liefern.

Wir wollen mit unseren Geschichten die Qualität von überregionalen Zeitungen erreichen, aber unser Journalismus wird nicht besser sein als der im Spiegel oder in der Zeit“, erklärte Esser im Interview mit MEEDIA. „Unsere Struktur wird dafür sorgen, dass wir einen anderen Journalismus machen: durch eine enge, persönliche Verbindung mit dem Leser. Die stellt man am Besten durch große Geschichten her.“ Mit dem eingesammelten Geld wollen die Macher ein Pardies für Online-Journalisten schaffen: Zeit für ausgiebige Recherche und ordentliche Honroare. Obwohl das Projekt von 15.000 Abonnenten finanziert wird, soll Krautreporter aber für jedermann zugänglich sein. 

Groß-Abonnent Augstein-Stiftung ließ zum Ende hoffen
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Lange sah es so aus, als wäre das Projekt zum Scheitern verurteilt. Nach einem schleppenden Start sah es zwischenzeitlich so aus, als blieben weitere Neuanmeldungen sogar aus. Den nötigen und wichtigen Aufschwung brachten in den vergangenen Tagen Groß-Abonnenten wie die Rudolf Augstein Stiftung. Sie nahm den Reportern einen Tag vor Ablauf 1.000 von den damals noch benötigten 3.200 Abos ab. Insgesamt investierte die Stiftung somit 50.000 Euro.

Das erreichte Ziel ist auch ein Triumph gegenüber einer nicht ganz unerheblichen Anzahl von Kritikern. So wurde kritisiert, dass die Krautreporter zwar von ihrer Idee erzählten, aber keine eindeutigen Beispiele für mögliche Geschichten lieferten. Zudem waren mehrfach – auch von MEEDIA – Prognosen zu lesen, die den Erfolg des Magazin infrage stellten.

Jetzt geht das Krautreporter Magazin aber tatsächlich an den Start. Als Chefredakteur steht Alexander von Streit in den Startlöchern. Die Geschäfte soll Philipp Schwörbel, Gründer der hyperlokalen Plattform Prenzlauer Berg Nachrichten, leiten. Erste Artikel könnte es bereits im September zu lesen geben. Dann müssen Autoren ihren 15.000 Unterstützern nur noch beweisen, dass sich die monatliche Investition von fünf Euro auch lohnt.

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