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Vice: Investiert Time Warner zu einer 2 Milliarden-Bewertung?

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Das Blogkonglomerat Vice steht möglicherweise vor einem bemerkenswerten Investment. Nach Angaben von Sky und der Financial Times will Mediengigant Time Warner knapp die Hälfte an Vice übernehmen. Die Verhandlungen laufen noch.

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„Wie in Mailand Promoter Models mit Sekt und Wodka angeln“, „In Kairos glamourösen Spelunken“, „Glasgow: Exzess zwischen Gewalt und Party“: So klingt das Blog-Netzwerk Vice. Der internationale Ansatz ist Programm: Vice wurde vor bereits vor 20 Jahren in Kanada als Fanzine gegründet, verlegte das Hauptquartier nach New York und verfügt heute über 35 Regional-Büros, die allesamt für den globalen News-Stream produzieren und sich gleichzeitig aus dem Zentral-Angebot bedienen können.

Vice, das ist Provokation pur – nur meist mit der tatsächlich recherchierten Story dahinter. „Ich will, dass wir das nächste MTV, ESPN und CNN in einem sind und jeder mit den Augen rollt“, schwadronierte Mitbegründer Shane Smith unlängst. Smith kann sich die großen Worte leisten:  Immer mehr Medienmacher fragen sich, was Vice anders macht und wo das Erfolgsgeheimnis der internationalen Medienmarke liegt, die schon immer mehr als nur ein Magazin war.

Authentischer Story-Mix rund um die Welt

Die Antwort ist schnell gefunden: Sie liegt in den Bedürfnissen der Jugendkultur – authentische, gut recherchierte Stories über Sex, Popkultur, Drogen und immer öfter die Lebensbedingungen von Teens und Twens rund um den Erdball.  “Vice hat obdachlose Kinder interviewt, die in den Abwasserkanälen Bogotas leben, traf nigerianische Öl-Piraten, hat aus Nord-Korea berichtet und dabei Kim Jong-un getroffen und eine Dokumentation über minderjährige afghanische Selbstmordattentäter produziert”, erklärt etwa Deutschland-Boss Benjamin Ruth gegenüber MEEDIA.

Entsprechend denken die Redaktionen des globalen Verlages die Storys oftmals anders als die arrivierten Kollegen – wenn es sein muss, begleiten Vice-Reporter auch schon mal den durchgeknallten IT-Millionär John McAfee bei seiner paranoiden Flucht durch Belize und Guatemala.

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Time Warner will offenbar knapp die Hälfte übernehmen

Soviel prestigeträchtiger, klickträchtiger Content lockt die traditionellen Medien an, die kämpfen müssen, um mit den boomenden journalistischen Internet-Angeboten wie Huffington Post, Business Insider & Co mitzuhalten. Entsprechend begehrt ist Vice, das zuletzt die Expansion mit dem Launch eines eigenen News-Channels, den es bis des Ende des Jahres auch in deutsch geben soll, kräftig vorantrieb – zur Zeit bauen die Berliner Vice-Macher einen eigenen Newsroom auf.

Glaubt man Sky News und der Financial Times, will Time Warner, das seine Printsparte gerade erst abgestoßen hat, nun zu einer Bewertung von 2,2 Milliarden Dollar knapp die Hälfte an Vice Media, zu dem auch das Techportal Motherboard und die Musik-Webseite Nosey gehören,  übernehmen. Die Financial Times nennt eine Bewertung von 2 bis sogar 3 Milliarden Dollar.

Das wäre ein massiver Aufschlag gegenüber dem Vorjahr: 2013 hatte 21st Century Fox zu einer deutlich geringeren Bewertung von 1,4 Milliarden Dollar 5 Prozent an Vice übernommen. Nach übereinstimmenden Angaben von Sky und der FT laufen die Verhandlungen aber noch.

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