Anzeige

Kachelmann wettert gegen den WDR und fordert Tom Buhrows Rücktritt

Jörg Kachelmann (l.) wetter gegen WDR-Intendant Tom Buhrow
Jörg Kachelmann (l.) wetter gegen WDR-Intendant Tom Buhrow

Der frühere ARD-Wetterexperte Jörg Kachelmann wettert mal wieder gegen Medien  - in diesem Fall gegen den WDR und dessen Intendanten Tom Buhrow. Weil Kachelmann der Auffassung ist, der WDR habe via Twitter zu spät und nicht ausreichend vor dem schlimmen Unwetter in Nordrhein-Westfalen am Montagabend gewarnt, macht er Intendant Buhrow persönlich mitverantwortlich für den Tod von Unwetter-Opfern und fordert ihn auf, zurückzutreten.

Anzeige
Anzeige

Kachelmann beginnt seinen offenen Brief an WDR-Intendant Tom Buhrow mit den Worten: „Als Sie Intendant des WDR wurden, habe ich gehofft. Dass sich etwas ändert. Dass das Beamtenfernsehen Beine bekommt. Dass Gebührengelder bedeuten, dass sich der Sender auch um die Menschen kümmert, die ihn bezahlen (müssen). Dass dem Sender Menschenleben mehr bedeuten als ein Feiertag. Dass zusätzliche Kräfte freigemacht werden nicht nur erst, wenn etwas passiert ist, sondern bevor es passiert.“

Den Wetterdiensten und natürlich vor allem ihm, Kachelmann, sei schon früh klar gewesen, dass es zu einem Unwetter am Montagabend in NRW kommt. Bereits morgens um 8.47 twitterte Kachelmann eine Warnung in die Welt, die aber vom WDR nicht aufgegriffen worden sei. Und das, so Kachelmann in beleidigtem Duktus, obwohl doch der WDR 2 zu seinen – also Kachelmanns – Followern bei Twitter gehört. Erst um 20.29 Uhr verschickte  WDR 2 via Twitter eine Unwetterwarnung. Laut Kachelmann viel zu spät, da das Unwetter zu diesem Zeitpunkt bereits in vollem Gange war. O-Ton Kachelmann: „Obwohl das Unwetter schon Dutzende Kilometer NRW teilweise verwüstet hat, tun Sie, als ob erst etwas bevorstehen würde. Als ob das, was Sie da tweeten, eine Warnung wäre. Es war eine zynische Nachhersage.“

Anzeige

Der Wetterexperte schäumt weiter: „Sie und Ihr Sender hatten und haben keinen Plan, wie Sie etwas Wichtiges tun können, tun müssen, wenn es um Leib und Leben Ihrer Gebührenzahler geht. Ich zweifle nicht, dass Sie heute tolle Sondersendungen machen werden, womöglich einen peinlichen ARD-Brennpunkt produzieren, in dem Sie die Orte zeigen, an denen Menschen gestorben sind. Sie sind gemeint. Sie und Ihr Sender waren gestern entweder faul, inkompetent, ignorant oder alles zusammen. In staatstragenden Tagesthemen-Kommentaren wird bei solchem Fehlverhalten durch Politiker gerne ein Rücktritt gefordert.“

Zum Schluss fordert Kachelmann Buhrow dann auf, zurückzutreten. Und er macht ihn direkt mitverantwortlich für den Tod von Unwetter-Opfern: „Durch Ihr Nichtstun sind Sie mitverantwortlich, dass Menschen verletzt und getötet wurden. Wäre der WDR in den USA tätig, würden jährlich Tausende Menschen in Hurricanes und Tornados sterben.“ Es ist nicht das erste mal, dass Kachelmann mit der ARD abrechnet. Als der SWR ihn in eine Talkshow einlud, verfasste der Wetterexperte eine gepfefferte Generalabrechnung mit der ARD als offenen Brief, die in der Aussage „Fuck the ARD“ gipfelte. Kachelmann warf der ARD vor, ihn als Wetterexperten fallen gelassen zu haben, nachdem Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn erhoben wurden. In einem spektakulären Prozess wurde Kachelmann von den Vorwürfen frei gesprochen. Das Unwetter in NRW ist mittlerweile vorbei. Man darf davon ausgehen, dass Tom Buhrow trotz Kachelmanns Einlassungen WDR-Intendant bleiben will.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*