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Apples Aktiensplit: plötzlich wieder zweistellige Kurse

Apple-CEO Tim Cook
Apple-CEO Tim Cook Muss an der Wall Street kämpfen

Nanu, die Apple-Aktie notiert nur noch bei 93 Dollar, also auf einem Niveau, das das Papier seit Anfang 2009 noch mehr gesehen hat? Mitnichten! Tatsächlich hat der iPhone-Hersteller seine Aktie im Verhältnis 1:7 gesplittet. Analysten sehen weiteres Kurspotenzial – und rechnen nun mit Aufstieg in den Dow Jones.


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Schlecht informierte Besitzer von Apple-Aktien haben gestern möglicherweise beim Blick auf den Kurs einen Schock bekommen: AAPL, wie das Tickersymbol von Apple an der Nasdaq lautet, eröffnete zu 92,70 Dollar. Das waren Kurse, die Aktionäre seit den Tagen vor dem ersten iPhone-Launch 2007 bzw. seit der Lehman-Krise 2008/9 nicht mehr gesehen hatten.

Dabei hatte Apple am Freitag doch noch bei 645 Dollar notiert.  Die Notierungen fielen also über Nacht rechnerisch um atemberaubende 85 Prozent! Um die Verwirrung komplett zu machen, wiesen einige Kursticker den epochalen Absturz tatsächlich nach und vor Handelsschluss am Freitag entsprechend aus.

Neue 52-Wochen-Hochs bei 93,70 Dollar

Was war nun wirklich passiert? Apple hat den bei den jüngsten Quartalszahlen Ende April angekündigten Aktiensplit im Verhältnis 1:7 zur Handelseröffnung am gestrigen Montag durchgeführt. Apple-Aktionäre bekamen für einen Anteilsschein sieben neue. Wer hundert Aktien besaß, hat nun siebenhundert Papiere im Depot  – nur eben zu etwa einem Siebtel des Kurses.

Tatsächlich wird beim Blick auf den Schlusskurs deutlich: Die Apple-Aktie haussiert auch nach dem Akriensplit! Die 93,70 Dollar von heute entsprechen nämlich schon 655,90 Dollar aus der Vor-Split-Ära – AAPL notiert damit erneut auf neuen 52-Wochen-Hochs.

Ganze 8 Prozent fehlen noch zu neuen Allzeithochs
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Der Abstand zum bisherigen Allzeithoch ist damit plötzlich optisch in Reichweite: Bei 705 Dollar notierte die Apple-Aktie im September 2012, was heute einem Kurs von exakt 100,72 Dollar entspricht – ganze 7 Dollar oder 8 Prozent fehlen zum neuen Spitzenwert noch!

Entsprechend nachvollziehbar wird damit  auch das auf den ersten Blick krude Splitverhältnis: Tim Cook wollte offenkundig die alten Allzeithochs wiedersehen – und damit gleichzeitig einen Schlussstrich unter die ständigen Vergleiche der vergangenen Jahre ziehen – die runde 100-Dollar-Marke wirkt wie eine Neustart-Notierung.

Dow-Aufstieg steht nun nichts mehr im Wege

Glaubt man Analysten, muss bei dieser magischen Marke indes noch lange nicht Schluss sein. Bill Shope von Goldman Sachs sieht nunmehr etwa bei 103 Dollar Apples fairen Wert, während Aaron Rakers von Stifel das Kursziel gestern von 93 auf 110 Dollar anhob. Damit liegt Raker minimal unter dem aktuell höchsten Kursziel von 111 Dollar, das Apple-Bulle Brian White von Cantor Fitzgerald ausgegeben hat.

Zusätzlichen Antrieb könnte ein längst überfälliger Aufstieg in die erste Börsenliga bringen: Nach dem Split ist Apple nämlich plötzlich erster Kandidat für den Elite-Index Dow Jones. Dass der iPhone-Hersteller als mit Abstand wertvollster Konzern der Welt nicht im traditionsreichsten Index der Welt gelistet ist, lag in erster Linie am extrem hohen Aktienkurs, denn bis heute hängt die Gewichtung im Dow maßgeblich von Kurs- und nicht vom Börsenwert eines Unternehmens ab.

Steigt Apple in den Dow Jones auf, wären Indexfonds gezwungen, die Aktie zu kaufen, da sie den Index nachbilden müssen. Tim Cook begründete den Split lapidar im Sinne der Aktionäre:  „Wir wollen unsere Aktie für eine größere Zahl von Anlegern zugänglich machen“, schreibt Apple selber in seinen FAQs zum Split – so kann man es auch erklären …

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