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„Kokain in Manolos Trommel?“: der SID, ein Satireportal und eine Ente

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Gerade hat sich der Sportinformationsdienst (SID) mit seinem Konkurrenten dpa eine kleine PR-Schlacht geliefert, wer zur Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien besser aufgestellt sei. Und dann das: Die Agentur zitierte eine Meldung von einer spanischen Satireseite. Die SID-Story "Kokain in Manolos Trommel? Spanischer Verband verklagt Internetportal" ist deshlab eine Ente. Zeit Online, Welt.de, Mopo.de und viele andere hatten sie übernommen.

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Aufgefallen ist der peinliche Fehler dem Bildblog. Allerdings hätten es auch die Agentur-Profis vom SID gleich merken können, nein: müssen. Die Quelle ihrer Story ist die spanische Seite Pormisbalones.com. Am Ende deren Startseite heißt es „Todos los contenidos de esta web son ficticios“. Kurz: Alle Storys sind ausgedacht.

Die Manolo-Mär schaffte es in den vergangenen Tagen unter anderem auf die Seiten von Zeit Online, der Welt oder der HAZ. Die Story ist aber wunderbar abstrus und unlogisch. Der Einstieg des Artikel über den Star-Fan, den tatsächlich fast alle Fußballfans kennen: „Der spanische Fußball-Verband RFEF hat nach Drogen-Vorwürfen gegen ‚Oberfan‘ Manolo eine Klage gegen ein Internetportal angekündigt. Die spanische Webseite (pormisbalones.com) hatte berichtet, dass Manolo in seiner berühmten Trommel 100 kg Kokain in die USA geschmuggelt haben soll. RFEF-Generalsekretär Jorge Pérez kündigte daraufhin rechtliche Schritt an.“

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Gerade für Agenturen sind solche Fehler besonders schmerzlich, weil ihr wichtigstes Kapital das Vertrauen der Kunden ist. Immerhin müssen diese sich tagtäglich darauf verlassen, dass sie Texte übernehmen können, ohne sie erst noch aufwendig auf Fehler zu prüfen.

Auf MEEDIA-Anfrage konnte die Sporttochter der französischen AFP erst einmal nichts zu der Ente sagen. Man wolle dem Fall aber nachgehen.

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