Anzeige

B.Z. will mit Live-Ticker stärkstes Berlin-Medium im Netz werden

Peter-Huth-1.jpg
Relaunch mit Live-Ticker: B.Z.-Chef Peter Huth

Springers Berliner Boulevardblatt B.Z. relauncht seine Website - und setzt auch auf einen 24-Stunden-Liveticker. Dort sollen große und kleine Stories, Fotos und Tweets einfließen. Der Relaunch ist das erste gemeinsame Projekt von B.Z. und Bild Berlin – die Redaktionen wurden im vergangenen Jahr fusioniert. "Wir wollen auch online das stärkste Berliner Medium werden", sagt Chefredakteur Peter Huth.

Anzeige
Anzeige

Den Ticker als eines der Herzstücke des Relaunches gibt es bereits seit Ende 2013. Nicht nur Breaking News haben dort ihren Platz, sondern alle möglichen Ereignisse, Begebenheiten, Befindlichkeiten. Manchmal auch beigesteuert von Lesern. Ein Redakteur kümmert sich permanent um die Koordination und Bestückung. „Der Live-Ticker löst ja das größte Manko von Printprodukten auf – es gibt keine deadline mehr. Geschichten werden so lange erzählt, bis sie zu Ende sind und nicht, so lange, bis der Drucker ruft“, sagt Peter Huth. Auch Medien wie Bild und Spiegel Online experimentieren mit sogenannten „Echtzeit-Tickern“ – die B.Z. hat dabei Berlin im Blick und nicht das Weltgeschehen.

B.Z. Website

Als die beiden Redaktionen zusammengingen, waren die Fragen auf beiden Seiten erstmal groß. Für die B.Z. bedeutete die Fusion den Verlust der Eigenständigkeit, gleichzeitig aber wohl auch die Überlebensversicherung. Zumindest für die nächsten Jahre. Wie bei anderen Boulevardblättern sinkt auch die Print-Auflage der B.Z. Eine ganze Reihe von Redakteuren musste die Redaktion infolge der Fusion verlassen. Dann der Umzug vom Ku’damm zurück ins Axel Springer Haus. Ein neuer Newsroom, jetzt ein Relaunch. Straffes Programm für Huth und seine Kollegin Miriam Krekel. Heute spiele es „keine Rolle mehr, aus welcher Redaktion jemand ursprünglich kam“, beteuert Huth.

Bildschirmfoto 2014-06-04 um 14.20.10

Die neue Seite, die zunächst im Public-Beta-Modus startet, macht mit einem großen Aufmacherbild auf, das die ganze Bildschirmbreite ausfüllt. Das Design ist responsiv, passt sich also an alle Geräteklassen an. Die Aufmacherbilder rotieren. Danach kommen die Liveticker – neben dem zentralen Berlin-Ticker gibt es weitere Sport-Ticker. Zu bestimmten Events können eigene Ticker eingerichtet werden. Dem Nutzer wird bei jedem Besuch angezeigt, wie viele Postings er seit dem letzten Besuch verpasst hat.

Anzeige

Darunter folgen die Ressorts, bzw. Channels. Das nach Bezirken sortierte Stadtleben, Sport in Berlin, der Tatort für die Polizeiberichte, etc. pp. Am Ende folgt eine Berlin-Karte, auf der News in der Nähe des Nutzers schnell identifiziert werden können. Die Artikelseiten sind recht aufgeräumt designt. Das Startseiten-Layout wirkt allerdings etwas zu sehr verkastelt, um wirlich reduziert-elegant zu sein. Freilich ist die B.Z. ein Medium, das vor allem abwechslungsreich und bilderreich daherkommen sollte – das ist gelungen.

B.Z. Website Relaunch

Auch wegen des Tickers sei die Verweildauer auf der Seite auf etwa fünf Minuten gestiegen, sagt Huth. Nach der Startseite und Sport sei dieser schon der drittstärkste Channel auf der Seite. Der Traffic habe insgesamt zugenommen. An den (ehemaligen Springer-)Kollegen der Berliner Morgenpost sei man reichweitenmäßig schon vorbei, nun rücke man an den Tagesspiegel heran. Huth will online „das stärkste Berliner Medium“ werden. Der Tagesspiegel kam im April laut IVW-Auswertung auf 8,23 Millionen Visits. Es folgte die B.Z. mit 6,25 Millionen Visits bei einem hohen mobilen Anteil von 1,7 Mio. Visits, dann die Berliner Morgenpost (4,72 Mio) und die Berliner Zeitung (2,86 Mio).

Aber wie war das noch mal mit der App, über die die B.Z. einst Erfahrungen mit Bezahlinhalten sammeln wollte? Die App sei fünf Jahre gut gelaufen, sagt Huth, nun konzentriere man sich auf die responsive Browser-Technik. Aber: „Selbstverständlich arbeiten wir auch an  Bezahlmodellen. Ein weiterer Vorteil unserer engen Zusammenarbeit mit BILD – wir können von deren positiver Erfahrungen mit der Bezahl-Strategie profitieren.“

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*