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WWDC: Wall Street applaudiert Apples Keynote-Nonevent

Apple CEO Tim Cook
Apple CEO Tim Cook

Es geht also auch andersherum: Apple präsentiert nach sieben Monaten ohne neue Produkte eine Keynote, nach der neue Produkte weiter sich auf sich warten lassen – doch die Apple-Aktie legt zu. Der Grund: Die Wall Street war trotzdem zufrieden.

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War es wirklich die „Mutter aller Releases“? Ein erstaunlicher bissiger Tim Cook machte gleich zu Beginn der WWDC Keynote klar, dass sich Apple im Attacke-Modus befindet. Allein: Wie groß fiel der Angriff auf Google, WhatsApp, Dropbox & Co mit Software-Ankündigungen, die erst in über 100 Tagen das Licht der Welt erblicken dürften, wirklich aus?

Das Urteil fiel in der schnell urteilenden Tech-Presse recht unterschiedlich aus. „Wird Apple jemals ein neues Produkt launchen?“ ereiferte sich etwas Business Insider-Gründer und CEO Henry Blodget in fast traditioneller Weise Minuten nach der Keynote, um dann noch mal nachzulegen: „Ich verstehe einfach nicht, warum Apple die iCloud nicht kostenlos anbietet?“ Fast entschuldigend schob Blodget heute nach: „Apple-Fans sind immer noch sauer auf mich, dass ich gestern etwas enttäuscht reagiert habe.“

Kein „Sell the News“-Effekt: Manchmal muss es keine neue Hardware sein
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Dazu bestand nach Meinung des Vermögensverwalters Eric Jackson indes kein Grund. „Glaube keinem, der behauptet, die Präsentation wäre schlecht gewesen, weil Apple keine neue Hardware vorgestellt hat“, fand der Hedgefondsmanager und Finanzjournalist bei TheStreet.com. Die Wall Street teilt offenkundig Jacksons Einschätzung.

Entgegen der Wall Street-Gewohnheit „Sell the News“ legte die Apple-Aktie am Tag nach der WWDC-Keynote sogar um 9 Dollar oder 1,4 Prozent zu.  „Die Ankündigungen vom Montag bekräftigen unser Urteil“, teilte etwa Bill Shope von Goldman Sachs mit, der seine Kaufempfehlung bei 720 Dollar beibehielt.

Steven Milunovich von der UBS befand ebenfalls, die Software-Updates würden Kunden „mehr Gründe liefern, im Ökosystem zu bleiben.“ Sein Kursziel: 700 Dollar. Auch Katy Huberty von Morgan Stanley glaubt, dass die neusten Apps und Dienste neue Anreize für Kunden liefern und neue Produkte wie die iWach andeuten. Ihr Kursziel: 690 Dollar. Es ist so etwas wie eine Trendwende bei Apple in der Wahrnehmung durch die Wall Street: Manchmal muss es eben nicht Hardware sein.

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