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Presserat: Welt und Bild kassieren vier Rügen

Der Presserat kontrolliert die Medien unter ethischen Gesichtspunkten
Der Presserat kontrolliert die Medien unter ethischen Gesichtspunkten

Der Presserat rügt viermal Springer: Dreimal bekommt die Bild-Familie Ärger und einmal stören sich die Medienwächter an der Welt und einer Geschichte über "den Suizid einer weitgehend unbekannten Nachwuchssportlerin".

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Gleich in zwei Artikeln der Welt sah der Beschwerdeausschuss schwere Verstöße gegen den Schutz der Persönlichkeit. Zudem verstieß die Zeitung gegen die Richtlinie, gerade bei Selbsttötungen in der Berichterstattung eine besondere Zurückhaltung zu üben. „Dies gilt insbesondere für die Schilderung näherer Begleitumstände, die besonders mit Blick auf mögliche Nachahmer vermieden werden sollte“, argumentierten die Medienwächter.

Die restlichen Rügen kassierte diesmal die Bild-Familie. Zum einen wurden die Onliner für ihre Berichterstattung über den Mord an einem zwölfjährigen Mädchen kritisiert. Der Artikel war mit einem Foto des Kindes bebildert worden. „Opfer von Verbrechen genießen im Pressekodex besonderen Schutz (Richtlinie 8.2), über sie soll in der Regel nicht identifizierend berichtet werden“, schreibt hierzu der Presserat.

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Die Redaktion hatte dagegen argumentiert, dass die Familie in der Lokalzeitung eine Todesanzeige mit Foto veröffentlicht hätte. Darin sahen die Medienwächter allerdings keine grundsätzliche Einwilligung zu einer identifizierenden Abbildung. „Zudem war in der Todesanzeige nicht die Rede von einem Gewaltverbrechen. Diesen Zusammenhang stellte erst Bild Online in der Berichterstattung her“. Dem nicht genug war das Gremium noch der Meinung, dass die Gefühle der Angehörigen verletzt wurden, weil das Mädchen unmittelbar neben seinem Mörder abgebildet wurde.

Zwei weitere Rügen gab es für Bild und Bild Online wegen der Berichterstattung über ein Tötungsdelikt in einem Eifeldorf. Laut Presserat hatte die Redaktionen unter der Überschrift „Patensohn schlägt liebe Oma (†61) tot“ identifizierend und vorverurteilend über einen Tatverdächtigen berichtet. Später stellte er sich allerdings als unschuldig heraus. Das Gremium war der Meinung, dass in diesem Bericht der Grundsatz zwischen Verdacht und erwiesener Schuld deutlich zu unterscheiden, missachtet wurde.

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