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Allensbach-Umfrage: Pressefreiheit in Deutschland gut verwirklicht. Aber …

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Das Institut für Demoskopie Allensbach hat für die Stiftervereinigung der Presse e.V. eine Umfrage unter Zeitungsjournalisten zum Stand der Pressefreiheit in Deutschland gemacht. Die gute Nachricht: 93 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Pressefreiheit in Deutschland gut oder sehr gut verwirklicht wird. Aber eine große Zahl der Journalisten bemängelt auch, dass die Versuche, journalistisch unabhängige Arbeit zu beeinflussen, zunehmen.

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60 Prozent der befragten Zeitungsjournalisten haben in der Umfrage über persönliche Erfahrungen mit Behinderungen und Beeinflussungen ihrer Arbeit berichtet. Es geht dabei meistens darum, dass recherchen behindert werden oder eine wohlwollende Berichterstattung erreicht werden soll. Dabei werde vor allem wirtschaftlicher Druck ausgeübt. Überdurchschnittlich oft haben Journalisten aus den Ressorts Kultur und Sport von Eingriffen in die Pressefreiheit berichtet. Die Ergebnisse für die Ressorts Kultur und Sport stützen sich auf eine vergleichbare Befragung aus dem Vorjahr, in der ebenfalls vom Institut für Demoskopie im Auftrag der Stiftervereinigung der Presse unter anderem rund 100 Zeitungsjournalisten aus diesen beiden Ressorts befragt wurden.

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Die Kultur- und Sportjournalisten beklagen demnach vor allem Einschränkungen bei der Fotoberichterstattung und massive Veränderungen von Interviews bei der Autorisierung. Politik- und Wirtschaftsjournalisten sehen sich vor allem von Unternehmen bedrängt, die die Berichterstattung auf inakzeptable Weise beeinflussen wollen. Lokaljournalisten machen negative Erfahrungen neben Geschäften und Unternehmen auch mit Lokalpolitikern.

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Fast jeder zweite Journalist hat den Eindruck, dass die Einschränkungen und Behinderungen der Pressefreiheit in den vergangenen Jahren zugenommen haben. Besonders die Ausübung wirtschaftlichen Drucks und die Veränderung von Interviewantworten vor der Autorisierung hätten stark zugenommen. Seltener geworden seien dagegen Versuche, durch Vorteile und Vergünstigungen eine wohlwollende Berichterstattung zu erreichen.

Für die Umfrage wurden 432 Zeitungsjournalisten aus den Ressorts Politik, Wirtschaft und Lokales, überwiegend in leitender Position, telefonisch befragt.

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