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Vergessen auf Antrag: Google stellt Formular für Link-Löschungen online

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Google hat auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofes reagiert. Seit Donnerstagnacht ist ein Formular online, mit dem Nutzer einen Antrag auf Löschung von Links stellen können. Voraussetzung ist, dass die Links zu Seiten führen, die Persönlichkeitsrechte verletzen.

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In den Erläuterungen zu dem Antrag heißt es: „Bei der Bearbeitung Ihres Antrags prüfen wir, ob die Ergebnisse veraltete Informationen über Sie enthalten. Wir untersuchen außerdem, ob ein öffentliches Interesse an den Informationen besteht, zum Beispiel, ob es um finanzielle Betrugsfälle, Berufsvergehen oder Amtsmissbrauch, strafrechtliche Verurteilungen oder das öffentliche Verhalten von Regierungsbeamten geht.“

Das EuGH-Urteil, das so zuspitzend wie verkürzend auch ein „Recht auf ein Vergessenwerden“ genannt wird, wurde von europäischen Kommentatoren vielfach als Schritt auf dem Weg zu einem „digitalen Bürgerrecht“ begrüßt. Personen, die ihre Persönlichkeitsrechte durch Inhalte im Netz verletzt sehen, auf die wiederum Google-Links bei einer Suchanfrage verweisen, können nach Prüfung gelöscht werden. Jeder Antrag werde individuell geprüft, hieß es von dem US-Konzern.

Für den Antrag ist es nötig, einen gültigen Ausweis mit hochzuladen. In dem Antrag muss eine schriftliche Begründung formuliert werden. Knackpunkt wird sein, ob persönliche Interessen von Nutzern mit dem „öffentlichen Interesse“ zu vereinbaren sind. Ein Beraterkreis, dem Google-Chairman Eric Schmidt und Wikipedia-Gründer Jimmy Wales angehören, soll die Löschpraxis definieren helfen.

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Wie lange die Bearbeitungszeit dauern wird, ist unklar und kann vermutlich auch noch nicht prognostiziert werden. Angeblich sollen dem Konzern schon „Tausende“ Löschanträge vorliegen, heißt es in Medienberichten. Doch die genaue Zahl kennt wohl nur die Google-Chefetage.

In einem Interview mit der Financial Times sagte Google-Chef Larry Page, es sei „großartig“, dass die Menschen in Europa mehr als US-Bürger über den Datenschutz besorgt seien. „Wir brauchen diese Wachsamkeit.“

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