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Jauch wettert gegen di-Lorenzo-Bashing: „Fassungslos, was daraus entstanden ist“

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In einem Gastbeitrag in der Bild-Zeitung springt Günther Jauch dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo bei. "Was aus dieser Petitesse entstanden ist, hat mich fassungslos gemacht", kritisiert er Zuschauer, Leser und Medien. "Das war am Sonntag eine interessante politische Diskussion. Übrig bleibt jetzt nur der 'kriminelle Wahlfälscher' aus Hamburg". Selbst wenn Jauch recht hätte, entbehrt seine Position nicht einer gewissen Ironie.

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Auslöser für die Debatte war die Jauch-Sendung vom vergangenen Sonntag. Darin diskutierten unter anderem Finanzminister Wolfgang Schäuble und Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo über die Europa-Wahl. Dabei erzählte di Lorenzo im Plauderton, dass er als doppelter Staatsbürger, mit einem italienischen und einem deutschen Pass, zweimal gewählt habe. Das ist illegal. Das wusste der Blattmacher allerdings offenbar nicht.

Fast alle Medien berichteten über den Fall. Die Bild machte sogar die Dienstagsausgabe mit der Frage auf, ob di Lorenzo ein „Wahl-Depp“ sei. Jetzt wettert Jauch ausgerechnet in der Bild darüber, dass der Fall so viel Aufmerksamkeit bekomme. „Menschen fordern di Lorenzos sofortigen Rücktritt als Chefredakteur, vergleichen ihn mit prominenten Steuerhinterziehern oder plädieren ernsthaft dafür, dass er umgehend ins Gefängnis gehöre.“

Empört fragt der Moderator nun via Bild, ob wir die Maßstäbe für Schuld oder Unschuld, für Vorsatz oder Fahrlässigkeit, für Wichtiges oder vergleichsweise Nichtiges völlig verloren hätten. Dass von seiner TV-Diskussion nur noch der „kriminelle Wahlfälscher“ bleibe, „ist für mich so absurd, dazu noch gemein und im Namen angeblicher ‚political correctness‘ einfach nur daneben“.

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Vor allem die Web-Berichterstattung scheint den TV-Profi zu stören – oder deren Leser: „In vielen Onlinemedien war diese Geschichte aber gestern die meistgeklickte des Tages. Glücklich das Land, das nach einer solchen Wahl keine anderen Sorgen hat.“

Die Ironie dabei ist allerdings, dass schon lange nicht mehr so massiv über eine Jauch-Sendung diskutiert und berichtet wurde. So manchen Montag hätte sich der Talkmaster sicherlich viele rege Debatten über den Inhalt seiner letzten Sendung gewünscht. Jetzt reden die Medien und Zuschauer über seine Gesprächsrunde und dann ist es auch nicht recht.

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