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Fotos, Videos, Nachrichten: Wer WhatsApp nutzt, tritt Rechte ab (Update)

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Wer den Messenger von WhatsApp benutzt, tritt beim Versand von Nachrichten, Fotos oder Videos automatisch die Nutzungsrechte ab. So steht es in den AGBs von WhatsApp. Der Messenger-Betreiber könne mit den Daten also anstellen, was er wolle. Beispielsweise Bilder für Werbekampagnen nutzen.

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Möglich macht das eine Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). „Die Kunden stimmen jedenfalls … zu, dass WhatsApp alle Inhalte, Bilder oder ähnliches ohne Einschränkungen und in allen Medienformaten und über alle Kanäle weiterverbreiten kann“, erklärt Rechtsanwalt Rolf Becker gegenüber Handelsblatt Online, für das der Jurist das Kleingedruckte des Messenger-Dienstes analysiert hat.

WhatsApp lässt sich ein gebührenfreies Recht einräumen, fast alles mit den Inhalten der Nutzer anzustellen“, sagt Becker. WhatsApp dürfe mit den Inhalten seiner Nutzer sogar Geschäfte machen und sie an Dritte weiterverkaufen oder selbst für beispielsweise Werbung nutzen. Bislang sei dieses Recht noch auf die Unternehmensgruppe und deren noch unklares Geschäftsmodell beschränkt. Das könnte sich aber mit einer Präzisierung des Geschäftsmodells leicht ändern.

WhatsApp wird von Datenschützern kritisch beäugt. Erst recht, nachdem Facebook das Unternehmen im Februar übernommen hatte. Hundertausende Nutzer kehrten dem Dienst den Rücken und sahen sich nach sicheren Alternativen um (hier eine Übersicht). Das Unternehmen selber, bzw. sein Gründer Jan Koum, sieht das anders.

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Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) klagt gegen WhatsApp, berichtet Handelsblatt Online. WhatsApp missachte die Rechtslage und handele auf Grundlage unzulässiger AGBs.

Update vom 26.5.2014, 17.24 Uhr: Wie sich herausgestellt hat, ist die Lage doch nicht so dramatisch, wie zunächst angenommen. Das berichtet Andreas Rickman auf seiner Webseite. Der Grund: Offenbar hat Becker die AGBs von WhatsApp nicht vollständig gelesen. Dort steht erklärend: „Zur Klarheit: Direkte Nachrichten, Ortsdaten und Fotos oder Dateien, die anderen WhatsApp-Nutzern gesendet werden, sind nur für diese Nutzer oder Gruppen sichtbar, an die jene geschickt wurden.“

Warum will WhatsApp dann die Nutzungsrechte? Ganz einfach: Die braucht es, um Euer Foto etwa überhaupt anderen Nutzer anzeigen zu können. Entsprechende Formulierungen sind absolut üblich bei Social Networks und Messenger-Diensten.

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