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WSJ: Twitter wollte SoundCloud aus Bewertungsgründen nicht

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Der Traum von einer Großübernahme durch einen Silicon Valley-Champion scheint in Berlin vorerst ausgeträumt – SoundCloud wird wohl nicht von Twitter übernommen. Das berichtete gestern Spiegel Online und bestätigte das Wall Street Journal. Der Grund: "Die Rechnung geht nicht auf".

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Für einen Moment durfte sich Berlin als echte Weltstadt fühlen: Wie das US-Techportal re/code berichtete, erwägte Twitter eine Übernahme des boomenden Musikportals SoundCloud, das 2007 in der Hauptstadt gegründet wurde. Tags drauf folgte jedoch die Rolle rückwärts.

Twitter soll sich „definitiv“ gegen eine Übernahme entschieden haben, berichtete Spiegel Online mit Verweis auf „mit der Sache vertraute Personen“. Warum das Interesse des 140-Zeichen-Diensts nun erlosch, blieb indes unklar.

Der Preis stimmt nicht: nötiges Milliardengebot wahrscheinlich

Licht ins Dunkel brachte in der Nacht das Wall Street Journal: „The numbers didn’t add up“, zitiert das WSJ ebenfalls eine nichtgenannte Quelle. Zu deutsch: „Die Rechnung geht nicht auf“ – die Verkaufsvorstellungen der Gründer Alexander Ljung und Eric Wahlforss deckten sich offenkundig nicht mit dem Maximalgebot des einstigen Social Media-Lieblings, der im vergangenen November an der Wall Street debütierte und dabei frische Mittel in Höhe von immerhin zwei Milliarden Dollar eingesammelt hatte.

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Damit hätte Twitter SoundCloud sicher problemlos übernehmen können – die Bewertung der Musikplattform, die wie Twitter über etwa 250 Millionen Nutzer verfügt, lag auf Basis der jüngsten Finanzierungsrunde im Januar bei 700 Millionen Dollar. Bedeutet: Im Falle einer Übernahme müsste Twitter noch einmal deutlich drauflegen, um die Investoren der jüngsten Finanzierungsrunde zu befriedigen – die Milliardengrenze erscheint daher nicht unwahrscheinlich.

Erste Zusammenarbeit scheiterte an fehlenden Lizenzrechten

Das wiederum wäre mit Abstand die größte Übernahme, die Twitter bislang getätigt hätte – und das mit einem Unternehmen, das ebenfalls nicht profitabel arbeitet. „The numbers didn’t add up“ bedeutet eben offenkundig auch: Die Geschäftsentwicklung des sieben Jahre alten Berliner Internet-Unternehmens deckte sich offenbar nicht mit dem Monetarisierungspotenzial, das der 140-Zeichen-Dienst in SoundCloud sah.

Entsprechend ließ Twitter die Frist für exklusive Übernahmeverhandlungen verstreichen, berichtet die Online-Ausgabe des WSJ. Wie gut SoundCloud und Twitter am Ende des Tages tatsächlich zusammengepasst hätten, bleibt ohnehin fraglich. Eine Zusammenarbeit, die Twitter und SoundCloud bereits 2012 eingegangen waren, scheiterte an den fehlenden Lizenzrechten der Berliner Plattform, die gern als  „YouTube der digitalen Musik“ beschrieben wird.

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