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Jochen Starke geht: Andreas Bartl wird neuer Chef von RTL II

RTL-II-Chef Andreas Bartl
RTL-II-Chef Andreas Bartl RTL-II-Chef Andreas Bartl

Nach knapp zehn Jahren an der Spitze von RTL II verlässt Jochen Starke den Sender. Bereits Anfang Juni übernimmt Andreas Bartl, der mehr als 20 Jahre in den Diensten von ProSiebenSat.1 stand. Starke geht aus freien Stücken, doch völlig ungelegen dürfte den Gesellschaftern der Wechsel auch nicht kommen.

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RTL II braucht keinen Turnaround-Manager, dazu hat Starke den Sender zu gut positioniert. Es gibt eine ganze Reihe von Programmformaten, die bestens funktionieren. Zu Starkes Glanzleistungen zählt die Einführung der Soaps „Berlin – Tag&Nacht“ und „Köln 50667“. Inhaltlich mag man davon halten, was man will – beim Publikum kommt’s an und kostengünstig produziert werden die Formate auch. Der Sender brüstet sich eines „modernen Nachrichtenkonzepts“, was eine Frage der Perspektive ist. Kaum ein Sender entspricht so der Maxime des ehemaligen RTL-Chefs Helmut Thoma, der Wurm müsse dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.

Im April lag RTL II bei einem Marktanteil von 4,1 Prozent im Gesamtpublikum, bei den 14-49-Jährigen waren es 6,7 Prozent. Mit diesem Status Quo dürften die Hauptgesellschafter RTL Group, Bauer Media Group und Tele München zufrieden sein. Von Andreas Bartl erwarten sie aber sicherlich inhaltliche Impulse, die sich auch in den Marktanteilen und der Bilanz niederschlagen. Der Trend zeigt indes für fast alle Sender in der Langzeitbetrachtung nach unten – eine Folge der Zersplitterung der Sender, der Fragmentierung der Zielgruppen. Um so wichtiger, den Sender auf digitalen Plattformen zu etablieren.

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Das ist nun (auch) Aufgabe von Andreas Bartl, der bis 2012 Vorstand Fernsehen bei der ProSiebenSat.1 Media AG war. Sein neuer Arbeitgeber spricht von Bartl als einem „versierten und kreativen TV-Experten“ – was es trotz des abgegriffenen K-Wortes trifft. Bartl litt bei P7S1 darunter, dass er seine Leidenschaft für die Inhalte wegen des gestiegenen Renditedrucks nicht mehr ansatzweise ausleben konnte. Die Spielräume dürften bei RTL II nicht ins Uferlose wachsen, aber dennoch deutlich komfortabler sein. RTL II ist kein Exit-getriebener Sender, das macht den Unterschied.

Mit Jochen Starke geht ein Manager, der nicht zu den Lautsprechern der Szene gehört. Für RTL II hat er seit 1993 gearbeitet. Im Kontrast zu Teilen des Programms, die auffallen müssen, war Starke eher ein Mann der Arbeit im Hintergrund. Aus den wenigsten managern, die als Controller anfangen, werden später auch gute Programm-Macher. Starke geht im Einvernehmen, wolle sich seiner jungen Familie widmen, heißt es in einer Pressemitteilung. Er wünsche dem Sender und den Kollegen „viel Erfolg“. Klingt nach einem sauberen Schnitt.

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