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Illegales Streaming-Tool „Popcorn Time“: Rollt die nächste Abmahnwelle?

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Nach Redtube ist vor Popcorn Time: Kaum haben sich deutsche Internetnutzer von der Porno-Abmahn-Orgie der Kanzlei Urmann + Collegen erholt, da lässt der illegale Film-Streamingdienst Popcorn Time die Abmahn-Maschinerie schon wieder heißlaufen. Vorsicht: Trotz Streamings ist Popcorn Time tatsächlich illegal.

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Wie die Berliner Rechtsanwaltskanzlei Werdermann | von Rüden per Pressemitteilung verlauten ließ, verzeichnen die Anwälte seit Wochen verstärkt Filesharing-Abmahnungen durch die Nutzung des Portals Popcorn Time. Unter anderem durch die Firma Warner Brothers Entertainment GmbH vertreten durch die Münchener Rechtsanwaltskanzlei Waldorf Frommer.

In den Abmahnungen ist die Abgabe einer sogenannten strafbewehrten Unterlassungserklärung, sowie die Zahlung von 815 Euro gefordert. Hiervon würden 600 Euro auf den Schadenersatzanspruch entfallen plus 215 Euro an Rechtsanwaltskosten.

Warum wird abgemahnt?

Popcorn Time ist im Gegensatz zu kino.to und Co. keine Webseite, sondern eine Software, die mittlerweile auch für Android-Geräte erhältlich ist. Nach der Installation gibt die Anwendung einen Überblick über aktuelle, raubkopierte Filme, die sich kostenlos auf Wunsch sogar mit Untertitel in guter Qualität auf dem Computer und Smartphones sowie Tablets anschauen lassen.

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„Nachdem aber der Film zum Abspielen angeklickt wurde, beginnt im Hintergrund das Bittorrent-Netzwerk zu arbeiten und die bereits heruntergeladenen Dateifragmente anderen Nutzern zur Verfügung zu stellen. Hierdurch werden die Fragmente öffentlich zugänglich gemacht. Darin liegt eine astreine Urheberrechtsverletzung“, sagt Johannes von Rüden.

Medienanwalt Christian Solmecke berichtet auf seiner Webseite von zunehmenden Abmahnungen, erklärt aber auch: Mit den Abmahnungen im Fall Redtube hat das nichts zu tun. Dort seien die Filme „im klassischen Sinne gestreamt“ worden – ohne die Möglichkeit eines Downloads. Doch wer Popcorn Time nutzt, der lädt Daten nicht nur herunter, sondern verteilt diese im Hintergrund an andere Nutzer – und bringt so urheberrechtlich geschütztes Material in Umlauf. „Nutzer können sich nicht gegen eine Abmahnung mit dem Argument wehren, sie hätten von dem Down- und Upload des abgemahnten Werkes nichts gewusst“, so Solmecke. „Das deutsche Urheberrechtsgesetz sehe eine verschuldensunabhängige Haftung für Urheberrechtsverletzungen vor.

Gegenüber dem Spiegel spricht Solmecke von Dutzenden Abmahnungen, die auf seinem Schreibtisch gelandet sind. Deutschlandweit geht der Anwalt von mehreren tausend Abmahnungen aus. Anders Rüden: „Wir erwarten keine große Welle, wie es andere vielleicht tun. Die Nutzer kennen das Problem und tappen hier nicht unbeholfen auf fremdes Terrain, zumal die Rechtsverletzung anders als beim klassischen Streaming eindeutig ist.“

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