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Alfred Grosser erhält „Henri“ für das publizistische Lebenswerk

Alfred Grosser erhält den „Henri“ für das publizistische Lebenswerk
Alfred Grosser erhält den "Henri" für das publizistische Lebenswerk

Der Henri Nannen Preis für das publizistische Lebenswerk geht in diesem Jahr an einen Franzosen: Vor der Veranstaltung am kommenden Freitag haben das Verlagshaus Gruner + Jahr und der stern den Politologen und Publizisten Alfred Grosser als Ehrenpreisträger bekanntgegeben.

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Alfred Grosser engagiert sich in großem Umfang für die deutsch-französische Verständigung. Er war quasi ihr Gesicht im deutschen Fernsehen, vor allem als Dauergast in der sonntäglichen Sendung „Internationaler Frühshoppen“, begründet die Jury die Entscheidung. stern-Chefredakteur Dominik Wichmann fügt hinzu: „In den Medien hat mit Sicherheit niemand anders so großen Anteil an der Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland wie Alfred Grosser. Wenn ein Krieg zwischen beiden Ländern bei allen Differenzen heute so unwahrscheinlich erscheint, dann deshalb, weil Menschen wie er dafür eingetreten sind. Kein Publizist hat sein Leben wohl mehr in den Dienst dieser Aufgabe gestellt als Alfred Grosser. „

Grosser wurde am 1. Februar 1925 in Frankfurt am Main geboren und emigrierte mit seiner Familie im Alter von acht Jahren nach Frankreich. Aufgrund des Judenboykotts ging der Vater 1933 mit seiner Frau und den beiden Kindern nach St. Germain bei Paris. Grossers Vater starb bald darauf. 1937 wurde Alfred Grosser gemeinsam mit seiner Mutter Lily und seiner Schwester Margarete französischer Staatsbürger. Den deutschen Besatzern entkamen Mutter und Sohn nur knapp, die Schwester starb an den Folgen der Flucht nach Südfrankreich. 1947 kam Grosser als Berichterstatter für französische Zeitungen und Zeitschriften zurück nach Deutschland. 1951 begann er als Assistent für Germanistik an der Sorbonne in Paris und wechselte 1953 als Lehrbeauftragter ans Institut d’études politiques. Bereits drei Jahre später wurde Grosser dort und an der Fondation Nationale des Sciences Politique in Paris als Professor tätig. Es folgten Gastprofessuren an den Universitäten Stanford (USA), Johns Hopkins (USA), Peking, Tokio und Singapur. Ein Leben lang schrieb er für französische Zeitungen, für katholische Blätter, ebenso wie für „Le Monde“, und veröffentlichte mehr als 30 Bücher. Grosser lebt heute in Paris. 

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Neben dem Oublizisten steht auch schon die Gewinnerin des „Henri“ für Verdienste um die Pressefreiheit fest. Mit ihm wird die US-Journalistin Laura Poitras ausgezeichnet. 

Gruner + Jahr und der stern vergeben am 16. Mai den Henri Nannen Preis zum zehnten Mal. Neben dem herausragenden Einsatz für die Pressefreiheit und einem Lebenswerk werden die besten journalistischen Arbeiten ausgezeichnet, die im vergangenen Jahr in deutschsprachigen Print- und Onlinemedien erschienen sind. Um den „Henri 2014“ bewarben sich Journalisten mit 912 Arbeiten (in den Kategorien Reportage, Investigation, Dokumentation, Essay, Fotoreportage und für den Sonderpreis). Der Preis ist mit insgesamt 35.000 Euro dotiert.

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