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Wallraff weist Kritik an McDonald’s-Honoraren zurück

Günter Wallraff für „Team Wallraff – Reporter undercover“ bei RTL
Günter Wallraff für "Team Wallraff - Reporter undercover" bei RTL

Der Ober-Rechercheur der Bundesrepublik sieht sich in seiner Unabhängigkeit nicht beeinträchtigt: Günter Wallraff hat auf die Berichterstattung von Spiegel und dpa reagiert, die ihm Honorarzahlungen von McDonald's nachgewiesen hatten. Kurz zuvor war seine Reportage auf RTL über den Konkurrenten Burger King ausgestrahlt worden.

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„Ich habe zweimal auf McDonald’s Veranstaltungen referiert. Beide Male habe ich mir in meiner grundsätzlichen Kritik an der Fastfood-Unkultur und auch an McDonald’s keine Zurückhaltung auferlegt“, sagte Wallraff in der Welt. Er sehe nichts Verwerfliches darin, „Honorare, die andere in der Regel für sich beanspruchen, an eine wegen ihrer Meinungsäußerung gekündigte Betriebsrätin weitergeleitet zu haben oder für gemeinnützige Stiftungszwecke zu verwenden.“

Im Gespräch gibt sich der Enthüllungsjournalist weiterhin unabhängig. So sei es jederzeit wieder möglich, kritische über McDonalds zu berichten. „McDonald’s ist nicht aus der Schusslinie“, so Wallraff.

Rund 13.000 Euro von McDonald’s erhalten
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2010 soll das Investigativ-Urgestein an zwei internen Runden mit Managern von McDonald’s und Gewerkschaftern teilgenommen haben und dafür einen Betrag von 5000 Euro erhalten haben. Bei einer weiteren Veranstaltung zum Thema “PR und investigativer Journalismus” hätte er 3000 Euro bekommen. In demselben Jahr hätte Wallraff sich außerdem für ein internes Schulungsvideo zur Verfügung gestellt, berichtet der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe. Das Honorar hierfür: 5000 Euro. 2011 hätte er zudem bei der Ausarbeitung einer internen Befragung von McDonalds-Mitarbeitern geholfen.

Nach verdeckten Recherchen in den Achtzigern hatte der Investigativ-Journalist zu den größten Kritikern der Fast-Food-Kette gezählt. Gegenüber dem Spiegel erklärt Wallraff, für die Reportage “Team Wallraff” bei RTL in erster Linie über die Verstöße der Yi-Ko-Holding, einem Franchise-Nehmer von Burger King, berichten zu wollen. Nach der Ausstrahlung sah sich der McDonalds-Konkurrent einem veritablen Shitstorm ausgesetzt.

 

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