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Lesezirkel mit AfD-Titelanzeige: stern mahnt erfolgreich ab

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Es ist verstörendes Bild: Bernd Lucke, Vorsitzender der Alternative für Deutschland auf dem Cover des stern, darüber der Slogan "Mut zu Deutschland". So werden sich in der vergangenen Woche viele Kunden des Lesezirkel gewundert haben. Denn der Abo-Dienst brachte eine ganzseitige Titel-Anzeige der AfD. Der Lesemappendienst hat sich jetzt verpflichtet, diese Form der Werbung in Zusammenhang mit dem stern zu unterlassen.

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Schlimmer kann es für ein unabhängiges Nachrichtenmagazin nicht kommen: Direkt unter dem Logo des stern prangte in der vergangenen Woche eine große Anzeige der AfD. Der Wahlkampfspruch: „Mehr für Bürger. Weniger Brüssel.“ Direkt daneben der strahlende Parteivorsitzende Bernd Lucke.

Erst wenn man umblätterte, war das eigentliche Cover des stern zu sehen: „Was Ärzte ihren besten Freunden raten – 33 überraschende Tipps für Ihre Gesundheit“. Zum Hintergrund: Der Lesezirkel wirbt bei seinen Kunden unter anderem damit, noch „vor der Titelseite“ prominent eine Anzeige schalten zu können.

Bei der angeschlossenen Agentur „Leserkreis Daheim“ kostet das bei einer bundesweiten Verteilung von 46.000 Exemplaren des sterns 8250 Euro. Für den stern ist das fatal, steht er den populistischen Euro-Kritikern seit jeher kritisch gegenüber.

Abmahnung war erfolgreich

Lorenz Wolf-Doettinchem, Managing Editor beim stern, erklärte am Wochenende auf Twitter, dass künftig Parteien-Werbung nicht mehr in Zusammenhang mit dem stern erscheinen werde.

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Kurios ist der Fall insofern, als dass die AfD in jüngster Vergangenheit kritische Presse verbieten wolle. So hatten die Euro-Kritiker mehrmals bei Parteitagen angereiste Journalisten vor die Tür gesetzt. Einem SWR-Reporter war sogar der Presseausweis abgenommen worden.

Update vom 12.5.2014, 21.46 Uhr: Wie Wolf-Doettinchem gegenüber MEEDIA mitteilte, wurden die Lesemappen-Unternehmen abgemahnt und haben ihrerseits bereits Unterlassungserklärungen unterzeichnet.

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