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Zalando-Doku: RTL wird gegen Einstweilige Verfügung vorgehen

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Nun werden Richter entscheiden müssen: RTL wird gegen die Einstweilige Verfügung, die Zalando wegen der "Extra"-Doku von Caro Lobig vor dem Landgericht Köln erwirkt hat, vorgehen. Aktuell muss der Sender einige Behauptungen aus seiner Zalando-Doku entfernen. Dies sei aber kein Schuldeingeständnis, so ein Sprecher.

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Seit dieser Woche darf RTL die Behauptungen, dass es im Logistikzentrum Erfurt im Jahr 2012 einen Todesfall gegeben habe, nicht weiterverbreiten. Die Unwahrheit sei vom Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz schriftlich bestätigt, erklärt das Unternehmen. Zudem müssen die Cutter die Behauptungen aus dem Film schneiden, dass der RTL-Reporterin keine ärztliche Hilfe bei Zalando angeboten worden sei, dass von der Personalabteilung angeordnet wurde, chronisch Kranke nach spätestens einem halben Jahr nicht weiter „mitzuschleifen“ und die Arbeiter täglich mehr als 27 Kilometer laufen müssen. „Unsere Betriebsärzte haben in Stichproben durchschnittliche Gehweiten von 15-20km im Arbeitsbereich “Pick” ermittelt.“ Picker sind Mitarbeiter, die im Logistikzentrum die bestellten Waren aus den Regalen abholen. 

Außerdem sei es nicht richtig, dass Zalando eine Anfrage der RTL „Extra“-Redaktion erhalten habe. „Uns erreichte lediglich ein Fragenkatalog von Frau Lobig, ohne weitere Hinweise. Da wir uns in einer arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung mit Frau Lobig befanden, haben wir uns entschieden, ihre Fragen nicht zu beantworten. Zu einer Folgeanfrage von RTL Extra standen wir in telefonischem Kontakt mit der Redaktion und sind mit einem schriftlichen Statement auf die Fragen eingegangen“, erklärt Zalando dazu. 

Die RTL Reporterin Caro Lobig hatte sich unter Anleitung von Günter Wallraff undercover beim Versandhändler eingeschleust und die Arbeitsbedingungen recherchiert. Ihre Recherchen flogen irgendwann auf, worauf Zalando juristische Schritte gegen Lobig eingeleitet hat. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft.  

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Jetzt werden sich auch Zivil-Kammern mit dem Fall beschäftigen müssen. RTL will die Verfügung nicht hinnehmen und hat bereits Widerspruch angekündigt. Vorläufig werden die entsprechenden Szenen allerdings herausgeschnitten.

 

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