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Mini-Tageszeitung unter Siegern: Das sind die Theodor-Wolff-Preisträger

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Begehrte Trophäe für Zeitungsjournalisten: Theodor-Wolff-Preis

Die Gewinner des Theodor-Wolff-Preises stehen fest: Sechs Journalisten mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und Themengebieten wurden von der Jury ausgewählt. Der Preis für das Lebenswerk geht an Rudolph Chimelli, den langjährigen Auslandskorrespondenten der Süddeutschen Zeitung. Auch ein Text der kleinen Elbe-Jeetzel-Zeitung überzeugte die Jury.

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Chimelli ist Jahrgang 1928, also schon eine Weile im Mediengeschäft. Er sei „kundig wie kaum ein anderer“, urteilt die Jury. Er erkläre seinen Lesern die arabische Welt, statt über sie zu urteilen. Erklärjournalismus ist in der Tat keine Erfindung des 21. Jahrhunderts, wie man manchmal glauben mag.

In der Kategorie „Reportage/Essay/Analyse“ erhalten den vom Verlegerverband BDZV gestifteten Preis Kerstin Kohlenberg (Zeit) und Kai Strittmatter (Süddeutsche Zeitung). Kohlenberg hat in einem Zeit-Dossier über Filmpiraterie geschrieben, Strittmatter – seit einiger Zeit wieder China-Korrespondent der SZ – erinnerte in einer Reportage an die Kulturrevolution in China, in der Kinder ihre Eltern als nicht parteitreu denunzierten und damit in den Tod schickten.

Zwei Preise wurden auch in der Sparte „Lokaljournalismus“ vergeben. Johannes Ehrmann berichtete „lebendig und detailreich“ im Tagesspiegel über den Berliner Bezirk Wedding. Und für die kleine Elbe-Jeetzel-Zeitung in Lüchow schrieb Benjamin Piel über „Bettys erstes Mal“ – eine Reportage über Menschen, die behinderten Menschen zum ersten Sex verhelfen. Bemerkenswert ist nicht nur das Thema, sondern auch, dass im Reigen der oft großen Regionalblätter und der Überregionalen ein Autor einer Lokalzeitung den begehrten Preis gewinnt.

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Den Wolff-Preis in der Kategorie „Meinung/Glosse“ bekommt Peter Unfried von der taz, der sich auf die „Suche nach Adorno“ begeben hat. Ein Stück über ein „allzu selbstgewisses Bildungsbürgertum“, wie die Jury notiert. Die sechs Preise werden am 10. September in Aachen verliehen.

Zur Jury gehören: Nikolaus Blome (Mitglied Chefredaktion Der Spiegel, Berlin), Wolfgang Büscher (Autor Die Welt, Berlin), Markus Günther (Journalist, Augsburg), Peter Stefan Herbst (Chefredakteur Saarbrücker Zeitung), Bernd Hilder (Vorsitz; Chefredakteur Thüringische Landeszeitung, Weimar), Christian Lindner (Chefredakteur Rhein-Zeitung, Koblenz), Professor Bernd Mathieu (Chefredakteur Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten), Annette Ramelsberger (Gerichtsreporterin Süddeutsche Zeitung, München) und Cordula von Wysocki (Mitglied Chefredaktion Kölnische Rundschau).

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