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Internetaktien-Crash an der Nasdaq erschwert Zalando-IPO

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Der Absturz geht in die nächste Runde: Internetaktien kamen gestern so schwer unter die Räder wie im legendären Dotcom-Crash 2000. Von AOL über Candy Crush-Anbieter King Digital bis Zulily waren die Kursverluste erdrutschartig. Kann Zalando in dem Umfeld überhaupt noch das IPO glücken?

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Die Echos von 1999 münden in den Sturmfluten des Frühlings 2000 – 14 Jahre später wiederholt sich die Geschichte des angekündigten Internetcrashs. Als wollte die Geschichte mit einer nostalgischen Reminiszenz an die Internetblase der Jahrhundertwende grüßen, kam ausgerechnet Dot.com-Darling AOL gestern fürchterlich unter den Hammer: Die in den vergangenen Jahren wiedererstarkte Aktie brach nach Vorlage enttäuschender Quartalszahlen um 21 Prozent ein.

Und AOL war kein Einzelfall. Die gesamte Technologiebörse Nasdaq färbte sich gestern mit schweren Verlusten erneut tiefrot ein. Twitter? Ein neuer Handelstag, neue Alltzeitiefs bei zeitweise nun schon unter 30 Dollar. Yahoo? Gab um knapp als 7 Prozent nach. Börsenliebling Tesla? Kam nach Handelsschluss bei Bilanzvorlage um 8 Prozent unter die Räder.

Börsenneulinge kommen schwer unter die Räder

Vor allem für Börsenneulinge war gestern bislang der schwärzeste Tag des Jahres. Die Aktien des Spiel-Anbieters King Digital, der erst im März debütiert war, gaben gestern um mehr als 13 Prozent nach, nachdem sich die Wall Street an den zuvor vorgelegten Quartalszahlen störte.  Dabei konnte der  Entwickler des extrem beliebten Online-Spiels Candy Crush fast eine Umsatzverdreifachung auf nunmehr bereits 607 Millionen Dollar und eine Gewinnsteigerung von 144 Prozent auf 127 Millionen vorlegen.

Doch weil die Stimmung am Markt derzeit extrem angespannt ist, nutzten Anleger das Zahenwerk als Verkaufsargument.  Das galt im noch dramatischeren Umfang für den bisherigen  Börsenüberflieger Zulily. Das Schnäppchenportal für Mütter und Kinder brach nach einem überraschenden Nettoverlust im ersten Quartal von 3 Millionen Dollar schwer ein und verlor enorme 30 Prozent an einem einzigen Handelstag.

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Zulily-Crash für Zalando-IPO kontraproduktiv

Für den Börsenaspiranten Zalando sind das alles andere erbauliche Neuigkeiten. Die Berliner Mode-Beteiligung der Samwer-Brüder, die im Herbst an der Nasdaq ihr Debüt feiern will, kann den Vertrauensentzug der Investoren gar nicht gebrauchen, wenn sie eine ordentlich Bewertung erzielen will.

Auf 4,9 Milliarden Dollar taxierte das Wall Street Journal den Unternehmenswert Zalandos Ende Januar. Der größte Zalando-Investor, die Beteiligungsgesellschaft Kinnevik, hatte den Modeversender zuletzt indes mit 3,9 Milliarden Euro bewertet. Der drastische Absturz vom Flash Deal-Anbieter Zulily, der im gleichen Marktsegment wie Zalando operiert, dürfte entsprechend als Hiobsbotschaft in der Konzernzentrale von Rocket Internet verstanden werden.

Doch damit haben die umtriebigen Seriengründern schließlich Erfahrung: Ihre langjährige Beteiligung Groupon, in die die Samwers durch den Verkauf von Citydeal engagiert waren, erlebte nach furiosem Börsendebüt einen dramatischen Absturz von der Spitze 90 Prozent. Dass ein IPO unter den aktuellen Börsenbedingungen indes keinesfalls sicher erscheint, legen die jüngst verschobenen Börsengänge von Box und Square nahe.

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