Neue Studien belegen: So wenig verdienen Journalisten

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Wer als freier Journalist bislang das Gefühl hatte, zu wenig zu verdienen, der bekommt nun neues Zahlenfutter für Diskussionen. Denn laut Recherchen des American Journal Review liegen die festangestellten US-Kollegen unter dem Landesdurchschnitt. Die Zahlen decken sich mit einer Veröffentlichung des DJV zur Situation von Freien.

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44.360 US-Dollar. So viel bzw. wenig bekommen festangestellte Zeitungreporter in den USA. Das sind umgerechnet gerade einmal knapp über 31.000 Euro. Nur noch Kellner und Bauarbeiter würden noch weniger verdienen. Der Landesdurchschnitt liegt bei 46,370 US-Dollar.

Verantwortlich für die schlechte Bezahlung sei unter anderem der Niedergang der Gewerkschaften, die für die gerechtere Löhne kämpfen. Weitaus mehr hingegen verdienen Technikjournalisten, die im Jahr auf ein durchschnittliches Gehalt von 70.290 Dollar nach Hause bringen.

In Deutschland sieht die Situation für freie Journalisten nicht besser aus: 2.180 Euro, so viel bringen selbstständige Schreiber laut einer DJV-Umfrage monatlich nach Hause. Zum Vergleich: Das ist rund die Hälfte weniger als das Gehalt ihrer festangestellten Kollegen. Laut der Umfrage ist das durchschnittliche Gehalt seit der letzten Befragung 2008 sogar um acht Prozent gesunken. Am wenigsten verdienen freie Zeitungsreporter. Sie kommen gerade einmal auf 1395 Euro.

„Die magere Einkommensbilanz macht deutlich, dass zum Tag der Arbeit auch gerade die schwierige Situation der freien Mitarbeiter in den Medien thematisiert werden muss“, erklärte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. „Das niedrige Einkommen der Freien steht in einem krassen Missverhältnis zu ihrer Bedeutung für die Medien.“ Mehrfachverwertungen der Beiträge von freien Journalisten würden nur bei 28 Prozent der Befragten ganz oder teilweise extra vergütet. Immerhin: Mit 54 Prozent liegt der Frauenanteil um neun Prozentpunkte höher als vor sechs Jahren.

Das Maß der Zufriedenheit mit dem Beruf ist deutlich vom Bruttoeinkommen abhängig. Die Gruppe der „unzufriedenen“ Freien verdient durchschnittlich nur 1.800 Euro, die „sehr Unzufriedenen“ sogar nur 1.130 Euro. Eine relative „Zufriedenheit“ liegt ab einem Bruttoeinkommen von 2.100 Euro vor. Unter Berücksichtigung der Betriebsausgaben, die bei einem Drittel des Umsatzes liegen, kann damit von „Zufriedenheit“ erst ab Honoraren in Höhe von rund 3.000 Euro monatlich gesprochen werden.

(via)

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