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Döpfner über Springers Quartalszahlen: „Es lief besser als erwartet“

Springer-CEO Mathias Döpfner
Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner

Erstmals hat Springer mehr als die Hälfte von Umsatz und Gewinn mit digitalen Geschäften verdient. Mit den Zahlen für das erste Quartal ist Finanzchef Julian Deutz hochzufrieden. Es gebe "viel Spielraum" für Zukäufe. Die Welt und N24 verschmelzen spätestens Anfang 2015 zu einer Einheit - und suchen nach einem Standort für die Redaktion.

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„Besser als erwartet“ sei das erste Geschäftsquartal verlaufen, sagte Konzernchef Mathias Döpfner in einer Telefonkonferenz. Der Konzernumsatz sei um 4,4 Prozent auf 692,3 Millionen Euro gestiegen. Das EBITDA, also das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, stieg um 13,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 118,4 Millionen Euro. Die EBITDA-Rendite stieg schließlich auf 17,1 Prozent. Kurze Erinnerung: Die nicht fortgeführten Geschäfte, also die an Funke verkauften Titel, werden in der Bilanzierung nicht mehr berücksichtigt.

Apropos Funke: Zwei Drittel des Kaufpreises seien eingegangen, der Rest wird von Funke über den Zeitraum von fünf Jahren zurückgezahlt. Die Mediengruppe Klambt übernimmt ihrerseits acht Titel von Funke – bei diesem Verkauf unterstützt Springer wiederum Klambt mit einer Bürgschaft von 51 Millionen Euro.

Zugekauft hatte Springer im vergangenen Jahr den TV-Nachrichtensender N24. Der wird nun spätestens zum Januar 2015 auch gesellschaftsrechtlich mit der Welt-Gruppe verschmolzen. Es entsteht die Welt N24 GmbH. Es gehe darum, eine „publizistische wie kulturelle Einheit“ zu schaffen, sagte Döpfner. Die neuen Gestaltungsmöglichkeiten erfordern Freiräume. Ein Standort für die integrierte Redaktion im Springer-Haus wird geprüft. Das könnte bedeuten, dass die Welt die gerade mit dem Newsroom bezogene Ullstein-Halle wieder ummodeln oder verlassen muss. Gegenüber von Springer entsteht demnächst ein weiteres Hochhaus.

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Wie erwartet wächst Springer mit dem Rubrikengeschäft. Bei der Scout-Gruppe hatte man abgesagt, zuletzt gab es Spekulationen um den Einstieg bei Immowelt. Vorher greifen die Berliner aber bei dem israelischen Marktführer yad2 zu, der sich auf Immobilien-, Auto- und Kleinanzeigen spezialisiert hat. Kaufpreis: rund 165 Millionen Euro. Springer-Vorstand Andreas Wiele, der für das Rubrikengeschäft verantwortlich ist, spricht von einem „hochprofitablen“ Unternehmen, das in Israel eine Markenbekanntheit von „fast 100 Prozent“ aufweise.

Gekauft hat Springer über Axel Springer Digital Classifieds, an dem das Medienunternehmen mit 70 Prozent beteiligt ist und die US-Investmentfirma General Atlantic mit 30 Prozent. Es gilt als wahrscheinlich, dass General Atlantic seinen Anteil an der Rubrikenportal-Holding an die Börse bringen will. Laut Döpfner sei eine Entscheidung für einen Börsengang noch nicht gefallen.

Döpfner sagte, auf allen drei Unternehmensfeldern – Bezahlinhalte, Rubrikenportale, Vermarktung – gebe es eine „gut gefüllte Liste mit potenziellen Akquisitionen“. Der bereinigte Konzernüberschuss stieg im ersten Quartal recht deutlich auf 61,6 Millionen Euro.

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