Anzeige

Apples Pyrrhussieg: nur 120 Millionen Dollar Schadensersatz von Samsung

Apple CEO Tim Cook und Samsung CEO Oh-Hyun Kwon: Von Erzrivalen zu engen Geschäftspartnern
Apple CEO Tim Cook und Samsung CEO Oh-Hyun Kwon: Von Erzrivalen zu engen Geschäftspartnern

Die Entscheidung ist gefallen: Apple hat im zweiten Patentprozess gegen Samsung gewonnen – und doch mutet es wie eine Niederlage an. Lediglich 119,6 Millionen Dollar muss der südkoreanische Smartphone-Rivale nach Cupertino überweisen. Apple hatte eine etwa zwanzig Mal höhere Entschädigung gefordert.

Anzeige
Anzeige

Am Ende sprang ein Tagesgewinn für Apple heraus, nichts weiter. 113 Millionen Dollar hatte Apple zwischen Januar und März verdient – am Tag.  Weitere 119,6 Millionen Dollar kommen nun noch mal in Rahmen des zweiten Patentprozesses gegen Samsung für Apple hinzu, der mit einem Schuldspruch in zwei Fällen zugunsten Cupertinos endete.

Allerdings hatte Apple 2,2 Milliarden Dollar Schadensersatz gefordert – und muss tatsächlich selbst in einem Fall eine Entschädigung von 158.400 Dollar zahlen. Eine Konzernsprecherin wertete das Urteil trotzdem als Erfolg, weil es dokumentiere, dass “Samsung vorsätzlich unsere Ideen stahl und unsere Produkte kopierte“.

Bereits zweiter “Jahrhundert-Prozess“ zwischen Apple und Samsung

Über einen Monat hatten sich der wertvollste Technologiekonzern Asiens und das wertvollste Unternehmen der Welt vor einem Gericht im kalifornischen San José duelliert. Zwei Jahre nach dem ersten “Jahrhundert-Prozess” der zwei Tech-Gorillas ging es diesmal im Wesentlichen um Patentrechtsverletzungen in Apples mobilem Betriebssystem iOS – von automatischer Worterkennung über die Link-Umwandlung in Nachrichten bis zur Suchfunktion und der Entsperrungsgeste auf dem Display.

Anzeige

Dabei waten auf beiden Seiten intime Interna publik geworden. So rief der seinerzeit noch amtierende Apple-Chef Steve Jobs 2011 zum Jahr des “Heiligen Krieges gegen Google” aus. Apple-Manager bekannten in internen Präsentationen, dass Kunden „etwas wollen, was wir nicht haben” – gemeint war ein größeres Smartphone.

Viele Interna publik geworden

Von Apples Marketing-Chef Phil Schiller wurde unterdessen bekannt, dass ihm Samsungs SuperBowl-Werbung ziemlich gefallen hatte: “Sie ist ziemlich gut.“ “Wir haben eine Menge Arbeit vor uns, um das herumzudrehen”, herrschte er seine langjährige Agentur TBWA an, um dann regelrecht auszurasten („Ich bin schockiert“).

So wirft am Ende auch der zweite, langwierige Prozess, der die Verunsicherungen und Verletzungen der beiden Erzrivalen deutlich zu Tage brachte, die Frage auf, ob sich Apple mit der Bloßstellung einen Gefallen getan hat.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*