Treueaktion als PR-Desaster: Shell verärgert Kunden mit Kindle-Angebot

Treueaktion geht nach hinten los: Nutzer wollen Belohnung für Bonuspunkte, doch die Server können die Lasten nicht halten
Treueaktion geht nach hinten los: Nutzer wollen Belohnung für Bonuspunkte, doch die Server können die Lasten nicht halten

Marketing Eigentlich war die Aktion zur Kundenbindung gedacht - jetzt hat der Mineralölkonzern Shell offenbar hunderte Kunden verprellt. Einen Monat lang lockte der Tankstellenbetreiber mit einem Super-Schnäppchen: Für 999 Bonuspunkte - umgerechnet zehn Euro - sollte es am 1. Mai einen Kindle Paperwhite E-Reader geben (Wert mindestens 129 Euro). Die Aktion ging nach hinten los.

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Schon die Möglichkeit innerhalb eines Monats, solange war die Aktion angesetzt, auf 999 Treuepunkte zu kommen, war skurril. Normalerweise verteilt Shell pro getankten Liter zwei Treuepunkte an seine Kunden. Für den hauseigenen Treibstoff gibt es fünf Punkte pro Liter, mit einer ADAC-Mitgliedskarte oder einer Shell-Mitgliedschaft sogar 10 Punkte pro getanktem Liter. Um schneller auf eine hohe Zahl von Treuepunkten zu kommen, konnten Kunden aber auch einfach ins Tankstellenregal greifen und Schokolade kaufen. Wie das Schnäppchen-Portal MyDealz erläutert, waren je nach Standort unterschiedliche Schokoriegel mit Extra-Sammelpunkten versehen. So gab es zwischenzeitlich für nur 1,20 Euro für einen Schokoriegel gleich 100 Punkte on top. Für etwas mehr als zehn Riegel war der Kindle-Deal also perfekt. Zusätzlich 200 Punkte gab es noch mal, wenn man sich für eine Shell-Clubmitgliedschaft einschrieb.

Mit seinem Schnapper hat Shell ein Angebot gemacht, das tatsächlich viele Neukunden gelockt habe dürfte. Am Freitag, den 2. Mai, sollten die Schnäppchenjäger belohnt werden. Über die Homepage des Konzerns sollten sie den Kindle bestellen können. Der Andrang war aber so groß, dass die Server unter der Last zusammengebrochen sind. Zudem ist das Angebot – die Aktion läuft noch – begrenzt. Die versprochene Belohnung ist zum Lotterie-Spiel geworden.

Die Treueaktion entwickelt sich zum PR-Desaster für Shell. Verärgerte Kunden strafen den Konzern via Facebook ab, machen ihrem Ärger Luft und fordern die Belohnung für ihre Bonuspunkte. Weil der Online-Shop nicht oder nur schwer erreichbar ist, geben viele Kunden ihre Bestellungen über das Social Network weiter.

Eine Reaktion von Shell erfolgte schnell. Bereits eine Stunde nach dem eigentlichen Eröffnungstermins des Shops meldete die Tankstellenkette Probleme mit den Servern – allerdings versteckt auf der Homepage und nicht auf Facebook, wo sich die enttäuschten und wütenden Nutzer versammelt haben.

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Derweil reagiert im Namen von Shell ein „Shell Support Deutschland“-Account und verspricht den Nutzern die Zusendung der E-Reader. Bei diesem Account (2 Follower) handelt es sich offenbar aber um einen Fake-Account.

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(ms)

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