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Quartalszahlen: LinkedIn bezahlt hohen Preis für China-Expansion

Das Karriere-Netzwerk von Microsoft wird in Russland blockiert.
Das Karriere-Netzwerk von Microsoft wird in Russland blockiert.

Gewohntes Bild nach Handelsschluss: Ein hochgewettetes Internet-Unternehmen legt sein neues Zahlenwerk vor und die Aktie stürzt ab. LinkedIn war diesmal an der Reihe: Weil die Expansion nach China kostet, rutscht das das Online-Business-Netzwerk in die roten Zahlen – und an der Börse weiter ab. 


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Das Wachstum scheint ausgereizt. Drei Jahre ist es her, als LinkedIn einen der bemerkenswertesten Börsengänge des Jahrzehnts hinlegte. Das US-Online-Business-Netzwerk schien vor allem in Relation zum kleineren deutschen Rivalen Xing hoffnungslos überteuert, doch die Wall Street wusste es besser. LinkedIn verdoppelte sich gleich am ersten Handelstag – und blickte nie mehr zurück.

Vom Ausgabekurs bei 45 Dollar zog die Aktie binnen nur zwei Jahren auf 255 Dollar an – ein Plus von in der Spitze 450 Prozent. Doch seit den Allzeithochs im vergangenen Sommer hat der Trend offenkundig gedreht – die LinkedIn-Aktie fällt weiter und weiter zurück. Bei auf 150 Dollar notierte das Business-Netzwerk Anfang der Woche, ehe Schnäppchenjäger zugriffen und für eine schnelle 10-Prozent-Rally sorgten.

Immer noch Umsatzwachstum von 46 Prozent

Doch nach Handelsschluss ging es bereits wieder um 5 Prozent nach unten. Es ist inzwischen fast ein gewohntes Bild: Die Wall Street reagiert unzufrieden auf neue Bilanzvorlagen. Und das, obwohl sich das Wachstum besser entwickelt als von Analysten prognostiziert: Nach 325 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum konnte LinkedIn dieses Jahr zwischen Januar und März 473 Millionen Dollar umsetzen –  eine Steigerung von 46 Prozent. Analysten hatten mit 466 Millionen Dollar gerechnet.

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Dafür verbuchte LinkedIn unterm Strich wieder Verluste in Höhe von 13,4 Millionen Dollar, nachdem es im Vorjahr noch Gewinne von 23 Millionen Dollar eingefahren hatte. Der Grund für das unerwartete Abrutschen in die roten Zahlen ist im Reich der Mitte zu suchen: Anders als andere US-Netzwerke ist LinkedIn seit Ende Februar auch in China präsent – doch die Expansion kostet entsprechend.

LinkedIn-Aktie hat seit Januar schon 25 Prozent an Wert verloren

Positiv verläuft dagegen die Nutzerentwicklung: Im ersten Quartal sich konnte LinkedIn über 23 Millionen neue Mitglieder freuen und damit die 300 Millionen Mitglieder-Marke durchbrechen. Der Umsatzausblick im laufenden Quartal blieb mit 500 bis 505 Millionen Dollar indes leicht unter den Wall Street-Erwartungen.

Angesichts der immer noch sehr sportlichen Bewertung von 20 Milliarden Dollar wurde die Entwicklung mit entsprechenden Kursverlusten quittiert. Allein seit Januar hat die LinkedIn-Aktie damit mehr als 25 Prozent an Wert verloren. Es bleibt dabei: Internetaktien erleben 2014 einen eisigen Frühling.

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