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Springer-Verkauf, Teil 2: Klambt hilft Funke aus der Programmie-Patsche

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Das Bundeskartellamt hat keine Bedenken mehr und gibt den Verkauf eines ganzen Programmie-Pakets von Springer an die Funke Mediengruppe frei. Acht Titel muss Funke allerdings an die Mediengruppe Klambt weiterreichen. Damit ist für das Kartellamt der Wettbewerb in diesem Segment gewährleistet.

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Die Freigabe war nach Zugeständnissen von Funke nur noch eine Formsache. Eine erste Konstruktion, nach der Funke der Mediengruppe Klambt einen Kredit gewährleistet, um die acht Programmies übernehmen zu können, lehnten die Bonner Wettbewerbshüter allerdings ab. Nun gibt die Axel Springer SE Klambt einen Kredit. Das Risiko der Übernahme liegt allerdings formal bei Funke.

Springer stellt so sicher, dass der weitaus größte Teil des Deals, also die Übernahme der Titel Hörzu und TV Digital, durchgeht. Diese zwei Titel erzielen hohe Umsätze – ihnen gilt das Hauptinteresse von Funke. Das gesamte Programmie-Paket darf Funke allerdings nicht übernehmen, denn das Kartellamt hatte moniert, dass es dann mit Funke, Bauer und Burda nur noch drei statt vier große Programmie-Verlage gäbe. Kartellamt-Chef Andreas Mundt hatte vor allem „negative wettbewerbliche Auswirkungen…zu Lasten der Leser und der werbenden Wirtschaft“ befürchtet.

Klambt ist also der Retter des Deals. Wichtig war den Wettbewerbshütern auch, dass Klambt künftig als unabhängiger Mitbewerber am Markt auftritt. Ursprünglich hatte Funke sich Möglichkeiten ausbedungen, in eine neu zu gründende Klambt-Tochterfirma hineinzuregieren. Dies soll nun nicht mehr möglich sein.

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An Klambt gehen nun die Titel Bildwoche, Funk Uhr, TV Neu (bisher Springer) sowie Die Zwei, Super TV, TV 4 Wochen, TV 4×7 und TV piccolino. Der neue Programmie-Verleger Lars-Joachim Rose hat sich bisher noch nicht zu dem Kauf geäußert.

Zuvor hatte das Kartellamt schon den Verkauf der Regionalzeitungen Hamburger Abendblatt und Berliner Morgenpost an Funke genehmigt. Die formale Übertragung der Titel erfolgt aber erst, wenn alle vier Anträge beim kartellamt durch sind. Zwei Anträge zur Gründung von Gemeinschaftsunternehmen von Funke und Springer (Anzeigenvermarktung und Vertrieb) liegen noch zur Prüfung in Bonn. Hier sind ebenfalls Auflagen zu erwarten – auch eine Ablehnung der Gründungen ist möglich.

Unklar ist bisher, ob der Weiterverkauf der Programmies an Klambt einen Stellenabbau in den Redaktionen bedeutet.

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