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„Persönlicher und radikaler“: Spiegel will mehr Meinung machen

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Spiegel-Chefredakteur Wolfgang Büchner

Am 5. Mai erscheint der Print-Spiegel optisch und inhaltlich überarbeitet. Spiegel-Chefredakteur Wolfgang Büchner hat dem Medium Magazin ein paar Einblicke gewährt. Emotionaler soll es werden. Wie das? Mit Meinungskolumnen, die "persönlich und radikal" sein dürfen. Und mit einer Satireseite, die Ex-Titanic-Mann Martin Sonneborn entwickelt hat.

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Seit dem Tod von Spiegel-Gründer Rudolf Augstein hatte sich die Spiegel-Redaktion um Kommentare im Blatt eher herumgeschlichen. Zwar gab es schon unter Matthias Müller von Blumencron und Georg Mascolo einige zarte Pflänzchen. Zu einer richtigen Kommentar-Kultur reichte es nicht. Nun sollen neue Kolumnen für mehr dezidierte Meinung im Blatt sorgen, sagte Büchner dem Fachblatt Medium Magazin.

Zum einen werde es – wie bei Spiegel Online – mehrere Kolumnen geben, in der die Autoren als Marken präsentiert werden sollen. Zum anderen findet sich ab der Ausgabe vom 5. Mai im „komplett überarbeiteten Hefteinstieg“ ein Leitartikel ohne Autorenzeile. Mit diesem Leitartikel wolle der Spiegel politisch Position beziehen. Ähnlich wie in amerikanischen Redaktionen wird es offenbar eine eigene Leitartikel-Runde geben, in der Thema und Position festgelegt werden. Diese Runde leiten Dirk Kurbjuweit und Gerhard Spörl.

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Was ist vom laut Medium Magazin „runderneuerten“ Spiegel noch zu erwarten? Erklärende Illustrationen soll es geben und u.a. eine Satireseite, die „polarisieren“ (Büchner) werde. das passe „wunderbar“ zum Spiegel. Auch hier bedient sich der Chefredakteur bei Spiegel Online, die seit längerem eine Satireseite haben. Das Nachrichtenmagazin wolle sich in Sprache und Themenauswahl im Hinblick auf jüngere Leser „optimieren“.

Ganz rund läuft die von Büchner angestrebte Transformation des Spiegel in die digitale Welt (siehe Projekt „Eisberg“) nicht. Büchner muss auch mit Gegenwind aus den eigenen Reihen leben. Aber, sagt er auf Nachfrage, es gebe „genügend Mitstreiter im Haus“, die seinen Kurs unterstützten.

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