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Apple-Höhenflug: neue Schulden, neue 52-Wochen-Hochs

Apple-CEO Tim Cook
Apple-CEO Tim Cook Muss an der Wall Street kämpfen

Das Comeback läuft auf Hochtouren: Angetrieben von starken Quartalszahlen spurtete die Apple-Aktie binnen einer Woche um fast 70 Dollar oder 13 Prozent nach oben. Bei 594 Dollar notieren die Anteilsscheine des iPhone-Herstellers so hoch wie seit Ende 2012 noch mehr – nicht zuletzt dank einer immer aggressiveren Kapitalverwendung. Tim Cook zapft erneut die Kreditmärkte an, um eigene Aktien zurückzukaufen. Die Börse applaudiert. 


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Was für einen Unterschied eine Woche machen kann! Angeschlagen taumelte Apple den Quartalszahlen entgegen, Analysten erwarteten den ersten Umsatzrückgang seit einem Jahrzehnt, die Apple-Aktie dümpelte bei 525 Dollar. Nur drei Handelstage später notiert das Papier 70 Dollar oder 13 Prozent höher – enorme 60 Milliarden Dollar Börsenwert hat der iKonzern seit vergangenem Donnerstag angehäuft.

Die Kursexplosion hievte die Apple-Aktie gestern bei 594 Dollar nicht nur auf neue Jahres- und 52-Wochenhochs, sondern sogar auf den höchsten Stand seit Dezember 2012! Sogar neue Allzeithochs bei 700 Dollar scheinen nach einem Krisenjahr mit beständigen Gewinnrückgängen plötzlich wieder denkbar.

Neueste Stimulans für die Börse: Aktiensplit, Aktienrückkäufe,  Dividendenanhebung

Den Kursschub, der die Aktie gestern nochmals um 22 Dollar emporschnellen ließ, haben Aktionäre einer neuer Kapitalmaßnahme zu verdanken, die die Handschrift Carl Icahns trägt. Man kann sich des Eindrucks schlicht erwehren, als würde der Großinvestor wie ein Trainer an der Seitenlinie den Apple-Chef coachen – so unverkennbar sind die immer neuen Winkelzüge Tim Cooks, die der Wall Street immer wieder aufs Neue gefallen. 

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Die Dividende wurde abermals angehoben, die Aktienrückkäufe ausgeweitet – und sogar die Aktie im Verhältnis 7:1 gesplittet. Neueste Stimulans für die Börse: Um die Aktienrückkäufe, die nochmals um satte 30 Milliarden Dollar ausgeweitet werden, zu finanzieren, nimmt Apple Geld am Bondsmarkt auf.

Anleihe in Höhe von 17 Milliarden: Apple zapft erneut die Bondsmärkte an

Richtig gelesen: Trotz 150 Milliarden Dollar auf der Kante zapft Apple erneut die Kreditmärkte an! Warum macht Apple das? Weil Cupertino es kann! Tim Cook beweist mit den Kunstgriff des financial engineerings, das er viel aus dem nuklearen Vorwinter, in dem er monatelang abgetaucht war und sich von Hedgefondsmanagern vorführen ließ, gelernt hat.

Die Zinsen notieren in diesen Tagen in den USA weiter auf Rekordtiefs, Apple kann sich am Kreditmarkt praktisch zum Nulltarif bedienen. Ganz anders wäre die Lage, wenn der wertvollste Konzern der Welt den Löwenanteil seiner Bargeld-Reserven in die USA zurückführen würde.  130 der 150 Milliarden Dollar lagern nämlich in Europa.

Problem: Bei der Kapitalrückführung würden Steuern in Höhe bis 35 Prozent fällig. Entsprechend elegant löst Apple das Problem und beschafft sich das Kapital am Anleihemarkt. 17 Milliarden Dollar sammelte Apple im vergangenen Jahr in einer Emission ein, die dreifach überzeichnet war – 17 Milliarden Dollar sollen es auch dieses Jahr sein. Die Börse applaudiert – und schickte Apple gestern schon um exakt diese Summe nach oben, während der Markt stagnierte.

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