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DuMont geht auf Konfrontationskurs mit dem Betriebsrat

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Bei M. DuMont Schauberg (MDS) in Köln gibt es mal wieder Ärger. Wie die taz berichtet, will die DuMont-Geschäftsführung den aktuell gewählten Betriebsrat nicht anerkennen und hat beim Amtsgericht Köln eine Anfechtungsklage eingereicht. Geschäftsführung und Betriebsrat streiten nun darüber, wer zu den wahlberechtigten Mitarbeitern zählt und wer nicht.

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Zum Jahresbeginn hat DuMont rund 90 Mitarbeiter in die nicht tarifgebundene MVR Media Vermarktung Rheinland (MVR) verschoben. Bei DuMont werden schon seit einiger Zeit immer mehr Mitarbeiter in Tochter-Unternehmen ausgelagert, die nicht tarifgebunden sind. Die rund 90 MVR-Mitarbeiter hatten im März den aktuellen MDS-Betriebsrat mit gewählt. Der Betriebsrat ist der Ansicht, dass das in Ordnung geht, weil MDS und MVR nach wie vor ein gemeinsamer Betrieb seien. Die MDS-Geschäftsführung sieht das anders und klagt nun gegen die Wahl vor Gericht.

Die taz zitiert Verdi-Gewerkschaftssekretär Stephan Otten, der davon ausgeht, dass die MDS-Geschäftsführung den Betriebsrat während der heiklen Umbauphase des Medienunternehmens gezielt schwächen will. „Dabei will die Geschäftsführung möglichst wenig gestört werden, so Otten. Hintergrund: MDS hat angekündigt, insgesamt 84 Mitarbeiter entlassen zu müssen. Mittlerweile hat sich der Verlag darauf eingelassen, auch Abfindungsangebote zu machen und Altersteilzeit anzubieten.

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2012 musste DuMont ein Minus von 112 Mio. Euro verkraften, u.a. auch wegen der Pleite der Frankfurter Rundschau. 2013 kehrte das Medienunternehmen dann mit einem Plus von 14 Mio. Euro in die Gewinnzone zurück. Unterdessen wird der Umbau vorangetrieben. Die Digitalangebote der Zeitungen Kölner Stadt-Anzeiger, Berliner Zeitung, Mitteldeutscher Zeitung, Express, Hamburger Morgenpost, und Berliner Kurier sind in der nicht tarifgebundenen DuMont Net zusammengefasst. Um Personalfragen kümmert sich seit April die nicht tarifgebundene DuMont Personal Management GmbH. Die meisten Lokalteile von Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnischer Rundschau sollen laut taz zusammengelegt werden. In der „Rheinischen Redaktionsgemeinschaft“ sollen die journalistischen Stellen von 110 auf 67 gekürzt werden. Für überregionale Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft betreibt der Verlag schon länger die MDS-Redaktionsgemeinschaft (ReGe), die die Titel des Hauses und nach wie vor die Frankfurter Rundschau beliefert. Natürlich sind sowohl die ReGe, wie auch die Rheinische Redaktionsgemeinschaft nicht im Tarif. Im vergangenen Jahr wurde zudem der Haustarifvertrag im Berliner Verlag gekündigt.

Ein Insider beschreibt die Stimmung bei DuMont laut taz als „katastrophal“. Eine Stimmungsbeschreibung, die nicht überrascht.

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