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Cyber-Krimi „Kaltstart“: Volle Drohnung für Wotan Wilke Möhring

Neues Ermittler-Duo der Bundespolizei im mobilen Einsatz: Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) und Falke (Wotan Wilke Möhring) kämpfen gegen ein internationales Kartell
Neues Ermittler-Duo der Bundespolizei im mobilen Einsatz: Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) und Falke (Wotan Wilke Möhring) kämpfen gegen ein internationales Kartell

Mit seinem dritten "Tatort" legt Wotan Wilke Möhring die Latte für die Konkurrenz auf dem Sendeplatz hoch: "Kaltstart" zeigt ihn erstmals in der Rolle als Bundespolizist und ist der bisher beste Krimi des Hamburger Ermittlers – ein spannender, kühl inszenierter Fall ohne den üblichen Psycho-Ballast.

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Die Story

Gleich sein erster Job als neuer Dienststellenleiter der Bundespolizei in Wilhelmshaven fordert Möhring alias Thorsten Falke aufs Äußerste: Seine frühere Kollegin Rita, zu der er nicht nur ein dienstliches Verhältnis hatte, kommt bei einer Explosion auf dem Hafengelände ums Leben. Mit ihr stirbt ein weiterer Kollege und der korrupte Hafenmeister, der durch den Sprengstoffanschlag beseitigt werden sollte. Es sind nicht die letzten Toten in einer rasant inszenierten Krimi-Handlung, bei der Möhring und seine Partnerin Petra Schmidt-Schaller stets einen Schritt zu spät kommen und schon bald ahnen, dass die Gegenseite jede ihrer Bewegungen registriert.

Die Story hinter der Story

Der Schauplatz von „Kaltstart“ ist der JadeWeserPort, ein geflopptes Großprojekt und ein Tor zur globalen Wirtschaftswelt, das von dieser links liegen gelassen wird. Auf die menschenleeren Kai-Anlagen haben es dagegen Kriminelle abgesehen, die ihre krummen Geschäfte hier in aller Ruhe abwickeln können. Für Thorsten Falke ist die Begegnung mit dieser Szene tatsächlich ein „Kaltstart“ in ein System, dessen Spielregeln er nicht kennt und nicht versteht: Die Schleusung und das Leid illegaler Einwanderer, undurchsichtige Waffenschiebereien, die Jagd nach dem ganz großen Geld, organisiert von international agierenden Banden und Warlords mit modernster Technologie und militärischer Präzision, gegen die die deutschen Bundespolizisten auf verlorenem Posten wirken.

Sind die Ermittler in Form?

Wer Wotan Wilke Möhrings Ermittler Thorsten Falke zunächst für eine Figur  hält, die optisch dem Norweger-Pulli-Träger aus der Jever-Reklame ähnelt und ähnlich klischeehaft daherkommt, wird im Laufe der Sendung eines Besseren belehrt. Möhring reduziert den Kommissar aufs Nötigste, spielt einen Cop, der sich vom Jagdinstinkt getrieben förmlich in den Fall bohrt und sich zugleich selbst beobachtet und reflektiert. Im Kontrast zu den vielen „Tatort“-Helden, deren Privates den Handlungsstrang oft in den Hintergrund drängt, ist Falke ein zwar eigenwilliger, aber auch schnörkelloser Typ, dessen Modus durch den Fall bestimmt wird, an dem er arbeitet. Petra Schmidt-Schaller gibt die Kollegin Katharina Lorenz ebenso unprätentiös, dass das Duo im Laufe der 88 Sendeminuten immer besser und glaubwürdiger harmoniert.

Der Satz zum Mitreden bzw. Mitstreiten

„Die Geschichte glaubt uns kein Mensch.“ Merke: Das Entscheidende in einem Krimi ist nicht unbedingt das Ende, sondern manchmal die Summe der Erkenntnisse während der Ermittlungen.

Was taugt das Drehbuch?

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Das Drehbuch (Volker Krappen, Raimund Maessen) führt uns in die große weite Welt des Organisierten Verbrechens nach neuester Machart, eine Welt, in der für Schicksale und Skrupel kein Raum bleibt. Die Kriminellen sind moderne Cyber-Krieger, deren Waffen der Hightech-Kriegsführung entstammen, gegen die die deutschen Beamten mit ihren Walkie-Talkies wie eine Horde Pfadfinder wirken. Kameraführung und der Schnitt sind weitere Spannungstreiber – Möhrings „Kaltstart“ gehört sicher zu den innovativsten Folgen der „Tatort“-Reihe.

Gossip-Schnipsel: Mit dieser Hintergrund-Info können Sie punkten

Der Einsatz von Drohnen zu militärischen und anderen Aufklärungszwecken wird immer häufiger. So bildet die US Air Force inzwischen bereits mehr Soldaten in der Drohnen-Fernlenkung aus als Flugzeugpiloten.

Eher peinlich

Der Ermittler-Dialog über die Frage, ob der Mann, der mit einem Tennisnetz um den Hals in mehreren Metern Höhe von der Hallendecke baumelt, Selbstmord begangen hat.

Offene Fragen

Wird es eine weitere Episode geben, in der Falke und Lorenz dem internationalen Verbrecher-Kartell begegnen? Falls nicht, wäre es schade, diese Typen waren einfach genial besetzt.

Fazit

Ein klasse Krimi, der zeigt, dass Wotan Wilke Möhring als Ermittler Kultpotenzial hat – weil er seine Figur völlig anders anlegt als die Masse der „Tatort“-Kommissare. Anschauen lohnt sich, nicht nur für Action-Fans und Verschwörungstheoretiker.

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