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Nach zähem Ringen: Tarifvertrag für Zeitungsredakteure steht

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Nach mehr als 24 Stunden Verhandlungsmarathon ist der neue Tarifvertrag für Zeitungsredakteure beschlossene Sache. Die Gehälter der Redakteure, die in tarifgebundenen Verlagen arbeiten, wachsen in diesem Jahr um 2,5 Prozent und 2015 um 1,5 Prozent. Erstmals werden Online-Redakteure in das Tarifwerk einbezogen.

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Die Ergebnisse im Schnellüberblick:

– Der Gehaltstarifvertrag läuft über 29 Monate. Der Manteltarifvertrag läuft über fünf Jahre.

– Die Gehälter (jeweils für tarifgebundene Redakteure an Zeitungsverlagen) steigen zum 1. Mai 2014 um 2,5 Prozent und um 1,5 Prozent zum 1. April 2015.

– Online-Redakteure werden bis spätestens 30. September in den Tarif „eingruppiert“. Ab 30. Juni 2016 fallen auch sie unter den Manteltarifvertrag. Allerdings gilt die Regelung nicht für Onliner (und entsprechend auch nicht für andere Redakteure), die in tariflich nicht gebundenen Tochterunternehmen von Verlagen beschäftigt sind.

– Die Berufsjahresstaffel (setzt fest, wann Gehälter sich erhöhen) wird von 11 auf 15 Berufsjahre gestreckt. Das heißt: die nächste Gehaltsstufe wird erst später erreicht.

– Urlaubsgeld und Jahresleistung sinken von 1,75 auf 1,5 Monatsgehälter. Bei Berufseinsteigern und Redakteuren in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sofort – weil dort die „wirtschaftlichen Gegebenheiten“ (BDZV) schwieriger seien als im Rest der Republik. Bei allen anderen Redakteuren sinkt der Anteil über fünf Jahre verteilt.

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– 30 Tage Urlaub ist künftig die Norm. Wer Anspruch auf mehr Tage hat, behält diesen Anspruch auch.

Die Zeitungsverleger, die vom BDZV vertreten werden, sowie die Gewerkschaften DJV und dju/Verdi, gingen am Donnerstagmittag auseinander. Ihre jeweiligen Vertreter, darunter Georg Wallraf (BDZV) und Kajo Döhring (DJV) als Verhandlungsführer, hatten die Nacht durchmachen müssen, um einen Durchbruch zu erzielen. Wallraf spricht laut BDZV von einem „guten Kompromiss“. „Das ist kein Traumergebnis“, kommentiert DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring den Tarifabschluss, „sondern die einzige Möglichkeit, die Flächentarifverträge  zu erhalten.“

Verleger und Gewerkschaften wollen nach eigener Aussage in einen „regelmäßigen Qualitätsdialog“ treten, um sich beispielsweise über Modelle zur erfolgsabhängigen Entlohnung zu unterhalten. Der BDZV hatte versucht, solche Modelle in den Verhandlungen umzusetzen.

Es hatte elf Verhandlungsrunden bedurft, um zu einer Einigung zu gelangen. Der DJV geht von etwa 14.000 Zeitungsredakteuren in Deutschland aus. Mehr als die Hälfte – genaue Zahlen gibt es offenbar nicht – sollen in tarifgebundenen Verlagen arbeiten.

Interviews mit Wallraf und Döhring, die zwischen zwei Verhandlungsrunden geführt wurden, lesen Sie hier und hier.

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