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Afrika-Trip: Von der Leyen lässt dpa zuhause sitzen

Ursula von der Leyen bei ihrem Türkei-Besuch im März. Ans Horn von Afrika ist die Verteidigungsministerin nun ohne die dpa geflogen.
Ursula von der Leyen bei ihrem Türkei-Besuch im März. Ans Horn von Afrika ist die Verteidigungsministerin nun ohne die dpa geflogen.

Die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist an das Horn von Afrika gereist, um deutsche Marine-Soldaten zu besuchen. Vor allem kleinere Medien werden vom Trip der Ministerin nicht berichten können - der dpa wurde die Mitreise verweigert. Stattdessen will das Ministerium eigenhändig informieren.

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Wie Handelsblatt Online berichtet, hat das Verteidigungsministerium diesmal die dpa-Journalisten in Berlin sitzen lassen. Für das Ministerium ein normaler Vorgang. So werde bei Einladungen auf Einsatzreisen immer darauf geachtet, möglichst verschiedene Medien mitzunehmen, um „alle gleichmäßig und gerecht zu berücksichtigen“. Diesmal musste demnach die Deutsche Presseagentur für ein anderes Medium verzichte. Welche Medien zur Reise an das Horn von Afrika eingeladen worden sind, wollte das Ministerium allerdings auf MEEDIA-Anfrage nicht preisgeben.

Die Folge ist, dass die Nachrichtenagentur  bereits im Vorfeld ankündigte, nicht in gewohntem Umfang von der Reise berichten zu können. Das dürfte vor allem die Medien ärgern, die nicht mitfliegen, bei ihren Berichten aber sonst auf dpa-Material zurückgegriffen hätten.

Nach Ansicht des Ministeriums müsse aber kein Titel auf Infos über den Afrika-Trip verzichten. Immerhin würde man den dpa-Büros „mitgeschnittene Statements“ der Ministerin zur Verfügung stellen. Zudem relativiert das Ministerium die Kritik damit, dass verschiedene Medien, auch Nachrichtenagenturen, eigene Büros vor Ort hätten. Die Reporter seien zur Berichterstattung gerne eingeladen. Dass die dpa mit Reportern vor Ort ist, kann sie auf Nachfrage von MEEDIA nicht bestätigen. Eine weitere Stellungnahme wird seitens der Agentur abgelehnt.

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Erbost kommentiert der Deutsche Journalistenverband (DJV) das Verhalten der Behörde. „Das Verteidigungsministerium ist wie kein anderes Ressort für Krieg und Frieden verantwortlich“, zitiert Handelsblatt Online den Bundesvorsitzenden Michael Konken. „Wenn die Ministerin glaubt, Journalisten mit Pressemitteilungen abspeisen zu können, hat sie die Bedeutung ihres Ministeriums noch nicht erfasst.“

Die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist am Dienstagabend ans Horn von Afrika aufgebrochen, um dort Soldaten der deutschen Marine zu besuchen. Danach soll es weiter in den Libanon gehen.

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