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Schrumpft Apple? Für März-Quartal stehen Zeichen auf Abschwung

Apple-CEO Tim Cook
Apple-CEO Tim Cook Muss an der Wall Street kämpfen

Alle Augen auf Apple: Morgen nach Handelsschluss legt der noch immer wertvollste Konzern der Welt sein neustes Zahlenwerk vor. Analysten und Anleger erwarten nach dem schwachen Ausblick wenig vom Branchenprimus – bestenfalls auf Vorjahresniveau dürfte das zweite Geschäftsquartal ausgefallen sein. Aber ist der Ausblick auf ein noch schwächeres Juni-Quartal bereits eingepreist?


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Es gab einmal eine Zeit, da fieberten Apple-Aktionäre der Bekanntgabe neuer Quartalszahlen förmlich entgegen: Das Wachstum war intakt, der konzerneigene Ausblick konservativ, das Ergebnis waren meist spektakuläre Quartalsergebnisse weit über den Wall Street-Erwartungen.

Dieses Zeitalter lief fast ein Jahrzehnt und endete praktisch zeitgleich mit dem Ableben des Apple-Gründers. Noch zweimal konnte Apple nach Jobs’ Tod unter der Ägide von Tim Cook herausragende Quartalsbilanzen präsentieren, dann riss der Faden. Genau zwei Jahre ist das letzte Traumquartal her, in dem der iKonzern die fabelhafte Gewinnmarge von mehr als 47 Prozent ausweisen konnte – ein Unternehmensrekord für die Ewigkeit.

Alle Zeichen stehen auf Abschwung – beim Gewinn und womöglich sogar beim Umsatz

Zwei Jahre später ist Apple in einer neuen Börsenrealität angekommen: Die Rekordhochs von mehr als 700 Dollar je Aktie sind in weiter Ferne, das Wachstum ist verebbt, die Gewinne liegen wohl mindestens zwei Milliarden Dollar unter den Fabelwerten von 2012.

Nach Analystenschätzungen dürfte Apple am Mittwoch nach Handelsschluss ein Ergebnis auf Vorjahresergebnis abliefern. Allerdings ist auch gleich doppeltes Negativwachstum drin: Der iKonzern könnte nach Meinung einiger Analysten das zweite Jahr in Folge weniger verdienen und dabei sogar den ersten Umsatzrückgang seit über einem Jahrzehnt verbuchen. Zu schlagen sind Erlöse in Höhe von 43,6 Milliarden Dollar und Gewinne in Höhe von 9,5 Milliarden Dollar bzw. 10,09 Dollar je Aktie.

Analysten rechnen mit iPhone-Absätzen auf Vorjahresniveau 

Die Gründe für den Abschwung sind so saisonal wie hausgemacht. Apple befindet sich im zweiten Jahr seines iPhone 5-Zyklus, in dem die Nachfrage nach dem Upgrade-Modell 5s naturgemäß weniger groß ausfällt als nach dem Start der Vorgängerversion. Die erwartete Carte blanche in Form des lang ersehnten Verkaufsstarts des iPhones beim weltgrößten Mobilfunkprovider China Mobile sticht bislang kaum.

Die Absätze im Februar sollen sich auf gerade mal eine Million verkaufte Geräte belaufen. Hochgerechnete zwei Millionen zusätzliche iPhones wirken also allemal abfedernd angesichts einer erwarteten Käufer-Zurückhaltung.  Mit durchschnittlich 38,2 Millionen verkauften Geräten liegen die Analystenschätzungen nur marginal über dem Vorjahresquartal, in dem Apple exakt 37,4 Millionen iPhones absetzte.

Was wird aus dem Sorgenkind iPad
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Die jüngste Konzernsparte dürfte unterdessen zahlenmäßig im Schrumpfen begriffen sein, mutmaßen Analysten. Mit 19,2 Millionen verkauften iPads rangieren die Konsensschätzungen unter dem Vorjahresniveau, als zwischen Januar und März 19,5 Millionen Apple-Tablets über die Ladentische gingen und seinerzeit noch ein Umsatzwachstum von 55 Prozent verbucht wurde.

Dass Apples gerade mal vier Jahre alte Tablet-Sparte nun wie schon im Juni-Quartal vergangenen Jahres im Schrumpfen begriffen sein könnte, gibt Analysten und Anlegern Rätsel auf, zumal das iPad mit dem Air und der Retina-Version des Minis gerade erst seine größte Generalüberholung seit dem Launch 2010 erhalten hatte.

iPad zu teuer und zu schnell zu erfolgreich

Zu teuer erscheint das iPad mit Einstiegspreisen von 500 Dollar bzw. 479 Euro in der 9-Zoll-Version bzw. 379 Dollar / Euro mit dem 7 Zoll großen iPad mini gegenüber der Android-Konkurrenz, die 7-Zöller für 119 Dollar (Amazon Fire) bzw. die 9-Zöller ab 300 Dollar ins Rennen schickt.

Zudem scheint das iPad zum Opfer des eigenen Erfolgs zu werden: Bedingt durch die Markenmacht des iPhones fand das Apple-Tablet so schnell wie kein anderes Produkt seine Verbreitung. Zudem ist die Upgrade-Zyklik offenbar eine andere als beim iPhone – der Reiz, das iPad  jedes oder jedes zweite Jahr zu erneuern, ist offenbar weniger ausgeprägt als beim Apple-Smartphone.

Wie schlecht wird der Ausblick?

Tröstlich für Aktionäre, dass das iPad mit einem Anteil von lediglich zwanzig Prozent am Gesamtumsatz ohnehin eine untergeordnete Rolle spielt – was noch mehr für die Mac-Sparte gilt, von der Analysten durchschnittlich ein leichtes Plus von 3 Prozent auf 4 Millionen verkaufte Macs erwarten. Das Wachstum des jüngsten Hoffnungsträgers, der iTunes-Sparte, dürfte unterdessen abflauen; die Konsensschätzungen liegen bei 4,5 Milliarden Dollar nach 4,1 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.

Zum eigentlichen Knackpunkt der Bilanz dürfte unterdessen neben den iPhone-Absätzen der Ausblick auf das laufende Quartal werden. Fünf Monate vor dem Launch des viel erwarteten iPhone 6 gibt es nicht mehr viele Argumente für den Kauf eines iPhone 5s. Folglich dürfte Apple einen Umsatzrückgang von Quartal zu Quartal in Höhe von 37,5 bis 35,5 Milliarden Dollar in Aussicht stellen, glaubt etwa Gene Munster von Piper Jaffray. Allerdings:  Damit läge Apple noch über dem Vorjahresergebnis – und allein für die Aussicht dürften Investoren schon dankbar sein…

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