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Wallraff empfiehlt Samwer-Brüdern Teilnahme an „Undercover Boss“

Günter Wallraff und seine Journalistenschülerin im Gespräch. Foto: Screenshot RTL
Günter Wallraff und seine Journalistenschülerin im Gespräch. Foto: Screenshot RTL

Jetzt ätzt Mentor Günter Wallraff gegen Zalando: Im Streit um die Arbeitsbedingungen beim Web-Versender, richtete sich die Kritik in den vergangenen zwei Tagen überwiegend gegen Zalando. Jetzt geht Recherche-Altmeister Wallraff in die Offensive. Gegenüber dem Handelsblatt Online sagt er, er freue sich auf einen Gerichtsprozess und empfiehlt den an Zalando beteiligten Samwer-Brüdern die Teilnahme an der RTL-Sendung "Undercover Boss".

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Bei Bedarf könne der Investigativ-Journalist bei seinen Chefs von RTL ein gutes Wort einlegen, damit sie als Picker dann „das Elend ihrer Arbeit nachvollziehen“ könnten.

Weiter lobt Wallraff den Auftraggeber RTL dafür, gegen einen Anzeigenkunden recherchiert und die Ergebnisse veröffentlicht zu haben. Eine Ausstrahlung habe zu Beginn der Recherchen nämlich noch gar nicht festgestanden. Eigentlich hatte die 21-jährige Reporterin Caro Lobig an einem Printbeitrag gearbeitet, der in den kommenden Monaten erscheinen soll.

Nach verdeckten Recherchen beim Online-Modehändler Zalando hat die Erfurter Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts auf Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen gegen die RTL-Reporterin aufgenommen. Die Journalistin hatte drei Monate im Erfurter Zalando-Logistikzentrum gearbeitet.

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Lobig – unterstützt durch Undercover-Urgestein Günter Wallraff – hatte sich drei Monate lang als Mitarbeiterin in ein Zalando-Lager in Erfurt eingeschleust. Der Vorwurf: Gängelung, Bespitzelung von Mitarbeitern und sogar offenkundige Verstöße gegen das deutsche Arbeitsrecht.

Gegen die Journalistin werde nach einer entsprechenden Anzeige von Zalando ermittelt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf Anfrage der dpa. Das Verfahren stehe noch am Anfang. Dem entgegnete ein RTL-Sprecher gegenüber dem Handelsblatt, dass man den juristischen Schritten gelassen entgegen sehe.

Zalando wies die Vorwürfe zurück. Die Darstellung des Berichts entspreche in keiner Weise der Unternehmenskultur und Mitarbeiterstimmung an den Zalando-Logistikstandorten. Der Web-Versender habe vor dem Fernsehbericht keine Chance zur Stellungnahme bekommen.

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