Anzeige

Neuer Look für die „Tagesschau“ – aber die Grundsätze bleiben die alten

Seit dem 19. April gehen die Nachrichtensendungen der ARD aus dem neuen Studio on air. Bild: NDR/Thorsten Jander
Seit dem 19. April gehen die Nachrichtensendungen der ARD aus dem neuen Studio on air. Bild: NDR/Thorsten Jander

Vor den Osterfeiertagen präsentiert die "Tagesschau" mit der 20-Uhr-Ausgabe am Samstag ihren Zuschauern erstmals das neue Fernsehstudio. Bei der Haupt-Nachrichtensendung der ARD wird sich vor allem optisch und bei der Präsentationsform einiges ändern. In wesentlichen Punkten bleibt sich die "Tagesschau" aber treu. MEEDIA sagt, was sich bei der "Tagesschau" ändert - und wo sie ihren Grundsätzen treu bleibt.

Anzeige
Anzeige

Das neue ARD Aktuell-Studio, aus dem nicht nur die „Tagesschau“ gesendet wird, sondern auch die Magazine „Tagesthemen“, das „Nachtmagazin“ ist laut ARD das derzeit modernste Nachrichtenstudio im deutschen TV. Herzstück des Studios ist eine etwa 18 Meter lange Videowand. Studio und Videowand kommen am 19. April erstmals zum Einsatz. Wesentliche Elemente der „Tagesschau“ bleiben aber erhalten. Für die „neue“ „Tagesschau“ hat man bei ARD Aktuell einige Grundsätze formuliert:

1. Die „Tagesschau“ bleibt die „Tagesschau“ – sie bleibt blau.
Blau steht für Seriosität. Das wird die „Tagesschau“ immer bleiben. Trotz vieler technischer Spielereien, wie der riesigen Videowand, die auch über eine Touch-Funktion verfügen soll, und kräftigen Farben soll die „Tagesschau“ inhaltlich bleiben wie sie immer war: in erster Linie seriös.

Bildschirmfoto 2014-04-15 um 17.44.07

2. Die „Tagesschau“ bleibt eine Sprechersendung – die Nachricht ist der Star
Auch an der Präsentationsform mit Sprechern, die vorformulierte Nachrichten verlesen, wird festgehalten. Auch wenn dies oftmals als unmodern kritisiert wurde. Kleine Neuheiten wird es in den Ausgaben um 16 und um 17 Uhr geben. In den bereits moderierten „Tagesschau“-Sendungen präsentieren die Moderatoren die Nachrichten nun „offen“. Das heißt, sie stehen frei im Studio und befinden sich nicht mehr hinter ihren Sprechertischen. In den „Tagesthemen“ sowie im „Nachtmagazin“ wird die Bewegung zunehmen – hier kommt die Weite des Studios zum Tragen.

3. ARD Aktuell verzichtet auf Spielereien: Das neue Design legt Wert auf Klarheit und Übersichtlichkeit
Trotz der technischen Möglichkeiten will die ARD in ihren Nachrichtenformaten keine Verwirrung stiften. Zwar werden Bildmotive und Fotos durch die prominente Präsentation erlebbarer, sie sollen trotzdem weiterhin der Nachricht dienen und nicht zur Hauptsache werden.

Anzeige

4. Die „Tagesschau“ nutzt moderne Technik nur da, wo sie hilft, komplexe Sachverhalte besser dazustellen und zu erklären.
Erstmals können auf der Videowand dreideimensionale Objekte dargestellt werden. Dies ist durch eine Koppelung von Grafik- und Kameradaten möglich. Durch die Medienwand entsteht ein „Fenster“, von einem realen in einen grafischen Raum. Solche Spielereien werden in der „Tagesschau“ aber wohl nur selten zum Einsatz kommen und bleiben den Magazinen vorbehalten.

5. Die „Tagesschau“ verzichtet auf Virtualität. Alles, was die Zuschauer auf dem Bildschirm sehen, ist real im Studio vorhanden.
Das ermöglichen sieben Beamer, die die wechselnden Optiken im Hintergrund des Sprechers auf die Videowand werfen. Anders als gewöhnlich werden sich die Sprecher dabei nicht in grünen Räumen befinden, sondern sie haben die echte Kulisse um sich herum.

Bildschirmfoto 2014-04-16 um 00.13.45

6. Die Moderatorinnen und Moderatoren sollen Sicherheit ausstrahlen und agieren nicht im „luftleeren Raum“
Trotzdem könnten sich die Sprecher und Moderatoren auf den über 320 Quadratmetern Studiofläche verloren fühlen. Denn dort stehen sie, außer mit Moderationskollegen, alleine. Umzingelt werden sie von sechs automatischen Kameras. Und dennoch soll sie das neue Studio selbstsicherer machen. Die Erlebbarkeit schaffe „Vertrauen“, so die ARD.

7. ARD Aktuell legt noch mehr als bisher großen Wert auf guten Fotojournalismus
Mit der Videowand wird es möglich, Panoramafotos, Grafiken, Videos oder Schrifteinblendungen über die volle Fläche von rund 18 Metern zu zeigen. Großformatige Fotos sollen die Themen zugunsten der Verständlichkeit ausdrucksstärker, authentischer und emotionaler bebildern. „Ziel ist es, den Zuschauern seriösen Nachrichtenjournalismus in einer ansprechenden und modernen Aufmachung anzubieten“, so die ARD. Laut Chefredakteur Kai Gniffke soll die „Tagesschau“ emotionaler werden. Bei der Pressekonferenz vergangenen Dienstag betonte er, vor Emotionen dürfe seine Sendung keine Angst haben. Der größte Albtraum sei es, den Zuschauer zu langweilen. Was die „Tagesschau“ schaffen will, sei Neugierde zu wecken. Mit der größeren Präsenz von Fotojournalismus in der „Tagesschau“ will die Redaktion auch die Wahrnehmung der Zuschauer sensibilisieren. „Wir wollen, dass die Nachrichten wieder richtig wahrgenommen werden“, erklärt der Zweite ARD Aktuell-Chef Thomas Hinrichs.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*