Kot & Köter-Macher Beleites: „Bekomme ganz viele Hassmails“

Wuff Beleites und Kot & Köter, das Magazin für den deutschen Hundefeind
Wuff Beleites und Kot & Köter, das Magazin für den deutschen Hundefeind

"Sie sind laut, bellen und scheißen". Gemeint sind nicht die Medien, sondern Hunde. Diese prägnante Zusammenfassung seines Brasses auf Vierbeiner präsentierte der Journalist Wulf Beleites bei der Vorstellung seines neuen Heftes Kot & Köter am Freitag in Hamburg. Die Präsentation zeigte vor allem eines: Dem Satire-Profi geht es um die kalkulierte Provokation.

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So spulte er routiniert Sätze ab wie: „Nicht die Hunde sind das Problem. Es ist das obere Ende der Leine, wo man rangehen muss“. Oder: „Hunde sind ein ernstes Thema, mit dem man nicht verbissen umgehen muss“. Dabei zog er stets genüsslich an seiner Zigarette. Natürlich durfte auf der Pressekonferenz gepafft werden. Immerhin stammt der Einfall zum Hundefeinde-Heft aus dem Jahr 1992 und „da durfte man auf Pressekonferenzen noch rauchen“.

Passenderweise dürfte auch die Idee für die Hundehasser-Illustrierte mit viel Qualm und noch mehr Promille verbunden gewesen sein. „Wir saßen in einer Kneipe in Eppendorf und überlegte uns, wie die perfekte Boulevard-Zeile lauten konnte“, erzählt Beleites. „Uns fiel aber keine bessere als die Quick-Headline ‚Deutscher Schäferhund beißt Inge Meisels Brüste weg‘. Dann tranken wir weiter und standen bald vor der Frage, welches wohl das überflüssigste und überfälligste Magazin wäre, das der deutsche Markt nicht braucht“. Die Idee für Kot & Köter, die Zeitschrift für den deutschen Hundefeind, war geboren.

„Ich hatte immer die Rolle des Bad-Guys. Das habe ich auch gerne gemacht“

Ohne dass das Konzept wirklich umgesetzt wurde, fand der Hamburger Kneipenschnack seinen Weg in die Talkshows der 90er-Jahre. Die Folge waren 18 TV-Auftritte in sechs Jahren. „Immer in der Rolle des Bad-Guys“, sagt Beleites. „Das habe ich auch gerne gemacht. War auch lukrativ“. Immerhin gab es 1.000 Euro pro Auftritt.

Als die große Zeit der privaten Krawall-Talkshows vorbei war, konzentrierte sich der Journalist wieder auf Ernstes und arbeitete für den NDR und das Satire-Magazin „extra 3“. Das zeigt: Der Mann ist vom Fach. Er ist ein Satire-Profi, der nebenbei noch zweiter Bundesvorsitzender der Deutschen Journalisten Union ist. Anlässlich des vergangenen Journalistentages ließ der Funktionär dann die Idee zu Kot & Köter wieder aufleben und sammelte via Krautreporter das nötige Geld für eine Erstausgabe.

„Wir wollen anprangern, abmahnen. austeilen“

Deren Themen: „Hundevergiften im Park“, „Der Nuttenpudel“ oder Kochtipps zum „argentinischen Dackelrücken“. Ganz ähnlich hätte sich auch die Titanic des Themas angenommen. In seinem Editorial schreibt Beleites: „Wir wollen anprangern, abmahnen. austeilen. Wir wollen auf stinkende Probleme hinweisen, über verschrobene Mentalitätsduselei herziehen, von bescheuerten Ereignissen berichten: satirisch – bissig – realistisch. Wir wollen übertreiben, weil nur mit Übertreibung die Realität sichtbar wird, die Missstände aufgezeichnet werden“.

Wie es mit Kot & Köter weitergeht ist noch nicht ganz klar. Zum Start gibt es 850 Abonnenten, zudem gingen mittlerweile über 200 weitere Bestellungen ein. Am Kiosk würde es das Heft allerdings erst ab einer Auflage von 5.000 Exemplaren geben. Eine zweite Nummer will Beleites aber auf jeden Fall produzieren. Von seiner Idee ist er jedenfalls überzeugt: „Ich denke schon, dass wir Dogs überholen können“. Das Gruner + Jahr-Heft kommt laut IVW derzeit auf einen Gesamtverkauf von 41.438 Exemplaren.

Bild bittet: „Wulf zeig ein Herz für Wuff“

Mit seinem Magazin für den Hundehasser scheint der Journalist einen Nerv getroffen zu haben. Er sieht sich als neues Lieblings-Hassprojekt tausender Hundefreunde. Unzählige Hassmails würden dies bestätigen. Eine Rolle, die der Satiriker mit Begeisterung annimmt.

Beleites genießt das Spiel mit den Medien, die sich allerdings auch begeistert darauf einlassen. So wurde der Hamburger sogar Verlierer des Tages bei der Bild. Inständig bat ihn das Boulevard-Blatt: „Wulf zeig ein Herz für Wuff“.

Angst, dass ihm die Themen ausgehen könnten, hat der Hamburger nicht: „Man kann über Hundescheiße so lange schreiben, so lange die Themen auf der Straße liegen.“

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