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Deppendorf-Nachfolge: Tina Hassel wird Berlin-Chefin der ARD

Personelle Veränderungen in der ARD: Jörg Schönenborn (l.), Tina Hassel und Lutz Marmor.
Personelle Veränderungen in der ARD: Jörg Schönenborn (l.), Tina Hassel und Lutz Marmor.

NDR-Intendant Lutz Marmor bleibt auch 2015 ARD-Vorsitzender. Das Generalsekretariat unter ihm wird Susanne Pfab, bisher Geschäftsführerin der ARD-Gremienkonferenz, übernehmen. 2016 übernimmt MDR-Intendantin Karola Wille den ARD-Vorsitz. Zudem bekommt der neue WDR-Programmchef Jörg Schönenborn ARD-Aufgaben und die Hauptstadtredaktion im kommenden Jahr zum ersten Mal eine Chefin.

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Die Intendantinnen und Intendanten der ARD haben am Mittwoch die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Sitzung vorgestellt und unter anderem über neue Personalien informiert. So wird der Norddeutsche Rundfunk (NDR) unter Führung von Lutz Marmor auch im kommenden Jahr den ARD-Vorsitz inne haben. Unter Marmor wird es ab 2015 mit Susanne Pfab eine neue Generalsekretärin geben. Sie leitet derzeit noch die Gremienvorsitzendenkonferenz. Die neue ARD-Generalsekretärin ist für fünf Jahre gewählt und wird vom rbb in Berlin die geschäftsführende Anstalt  unterstützen. Pfab folgt auf Michael Kühn, der 2013 als „Bevollmächtigter des ARD-Vorsitzes“ aus dem NDR-Justiziariat entsandt wurde. Nach den Streitigkeiten mit der ehemaligen Generalsekretärin Verena Wiedemann war die Position seit 2011 unbesetzt. Er wird – wie geplant – 2015 dorthin zurückkehren. 2016 dann wird der NDR den ARD-Vorsitz nach drei Amtszeiten an den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) mit Intendantin Karola Wille an der Spitze abgeben. 

Jörg Schönenborn wird Fernsehfilm-Chef, Tina Hassel löst Ulrich Deppendorf im Hauptstadtstudio ab

Des Weiteren hat Tom Buhrow, Intendant des Westdeutschen Rundfunks, zwei wichtige ARD-Personalien mit eigenen Leuten besetzt. Mit seinem Antritt als Fernseh-Direktor des WDR wird Jörg Schönenborn ab dem 1. Mai auch die Verantwortung für den ARD-Fernsehfilm übernehmen. Schönenborn folgt in beiden Positionen auf Verena Kulenkampff. Die Koordination Fernsehfilm ist verantwortlich für die inhaltliche Ausrichtung, die Koordinierung und Programmplanung der Hauptsendeplätze des Fernsehfilms im Ersten, insbesondere für den „FilmMittwoch im Ersten“ sowie den Sonntagabend. Ein anderer Aufgabenbereich von Kulenkampff wird zukünftig vom MDR übernommen. Die dortige Fernsehfilm-Chefin Jana Brandt wird die ARD Gemeinschaftsredaktion Serien führen. In ihrem Aufgabenbereich liegt die Entwicklung und Planung der Dienstags-Serien um 20.15 Uhr. Brandt ist seit 1999 in der Redaktion aktiv. Ihr werden die Serien „Um Himmels Willen“, „In aller Freundschaft“, „Weissensee“ sowie „Hubert und Staller“ zugeschrieben.

Ein Novum ist in Berlin zu erwarten: Die Politik-Berichterstattung aus der Hauptstadt wird im kommenden Jahr zum ersten Mal von einer Frau verantwortet. Tina Hassel, aktuell Leiterin des Auslandstudios in Washington, wird im Juni 2015 Hauptstadtstudio-Chefredakteur Ulrich Deppendorf ablösen, der sich in den Ruhestand verabschiedet. Hassel war vor ihrem Einsatz in den USA bereits in der europäischen Hauptstadt Brüssel im Einsatz. Die Chefredaktion in Berlin wird sie zunächst fünf Jahre lang übernehmen. Der Personalie muss allerdings noch der Verwaltungsrat des rbb zustimmen, was allerdings als Formalie gilt. 

Zusammenarbeit mit Deutsche Welle beschlossen
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Bei ihrem Zusammenkommen haben die Intendantinnen und Intendanten der Rundfunkanstalten auch über die vor Monaten von Deutsche-Welle-Intendant Peter Limbourg gewünschte engere Zusammenarbeit entschieden. Die Kooperation zwischen den öffentlich-rechtlichen Anstalten der ARD, dem ZDF sowie Deutschlandradio und der Deutschen Welle (DW) soll ausgebaut werden. Dazu unterzeichneten die Verantwortlichen eine Ergänzung der bestehenden „Verwaltungsvereinbarung über das deutsche Auslandsfernsehen“. Ziel sei weniger Verwaltungsaufwand bei Programmübernahmen. Außerdem wollen die Sender Felder für Koproduktionen erweitern und in einem zweijährigen Test eine Produktionsgemeinschaft realisieren. Eine enge Kooperation soll es insbesondere zwischen der Deutsche Welle und Phoenix geben, zumal es in Bonn gemeinsame Standortvorteile gibt. Außerdem möchte die DW mit den Auslandsstudios der ARD-Sender und des ZDF deutlich enger zusammenarbeiten. So können die Beiträge der Korrespondenten auch in die fremdsprachige Berichterstattung des deutschen Auslandssenders einfließen.

Peter Limbourg begrüßt die engere Zusammenarbeit als „Win-Win-Situation für uns alle“. Für die ARD sei es ein „nationales Anliegen, unsere Programme in der Welt zu verbreiten“, ergänzt Marmor. „Die Deutsche Welle erarbeitet derzeit eine Programmstrategie, die Informationsinhalte in den Vordergrund stellt und dabei die fremdsprachigen Angebote, vor allem das englischsprachige Fernsehprogramm, ausbauen will. Dies erleichtert die Zusammenarbeit zwischen ARD-Landesrundfunkanstalten und dem ZDF mit der DW.“ Die Programmübernahmen sollen nicht nur einseitig verlaufen. Die Kooperation sieht auch vor, dass die öffentlich-rechtlichen Sender Inhalte der DW unentgeltlich übernehmen können.

ARD-Programm im Mai: Europawahlen und drei Themenabende

Der kommende Programmmonat wird im Ersten von den anstehenden Europawahlen Ende Mai dominiert, erklärt ARD-Programmchef Volker Herres. Die intensive Berichterstattung startet Das Erste mit einer „Die Story“-Reportage unter dem Titel „So tickt Europa“ am 5. Mai. Eine Woche darauf soll ein „Europa-Check“ verdeutlichen, in welchem Maße die EU Einfluss auf das Leben der Deutschen nimmt. Vom 19. bis zum 23. Mai starten das „Morgenmagazin“ und die „Tagesthemen“ eine Tour durch fünf europäische Staaten. Kurz vor der Europawahl wollen beide untersuchen, wie die Pläne der europäischen Institutionen mit der Realität vor Ort zusammenpassen. Zur heißen Phase veranstaltet Das Erste am 20. Mai eine Wahlarena mit den Spitzenkandidaten Martin Schulz und Jean-Claude Juncker, von „Monitor“ wird es einen Tag später eine Sondersendung mit dem Thema „Neuer Nationalismus in Europa – wohin steuert die EU?“ geben. An den Wahltagen 24. und 25. Mai gibt es im Ersten das komplette Wahl-TV-Programm mit Berichterstattung aus Brüssel, Prognosen, Hochrechnungen und einer Talkrunde bei „Günther Jauch“. Zusätzlich berichten auch die Hörfunkwellen

Ebenfalls im Mai stark vertreten werden die „Themenabende“ im Ersten sein. Am 7. Mai zeigt das Erste den Spielfilm „Die Spiegel-Affäre“, dem sich die Doku „Bedingt abwehrbereit“ anschließt. Laut Programmchef Volker Herres habe sich die Symbiose aus Fiktion und journalistischer Aufarbeitung eines Themas in der Vergangenheit bewährt. Beim Schwerpunkthema Steuerbetrug im vergangenen März habe die Spezialausgabe des ARD-Magazins „Plus Minus“ zuletzt eine Rekordquote eingefahren. Ebenfalls im Mai wird sich Das Erste noch mit Elisabeth Selbert, einer „Mutter des Grundgesetzes“, sowie dem Ersten Weltkrieg auseinandersetzen.

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