Das Internet Magazin wird eingestellt

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Weka Media stellt das Internet Magazin ein

Publishing Es sollte die "Pflichtlektüre für die digitale Wirtschaft" werden. Nun wird das erst vor kurzem aufwändig relaunchte Internet Magazin von Weka Media eingestellt. Die rund 3.500 Abonnenten sollen nun das Magazin Screenguide bekommen, das künftig sechsmal jährlich erscheint. Der Markt habe die Neupositionierung nicht angenommen, sagte Weka-Geschäftsführer Kai Riecke auf Nachfrage zu MEEDIA.

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Das fünfte Heft nach dem Relaunch im vergangenen Herbst wird das letzte sein. Die Druckauflage lag zuletzt bei 12.000 Exemplaren, der Gesamtverkauf bei geschätzten 6.000 Heften pro Ausgabe. Bei der IVW gemeldet war das Internet Magazin, das im Einzelverkauf 7 Euro kostet, bereits seit Ende 2012 nicht mehr.

Zu seinen Glanzzeiten hatte das Magazin um die Jahrtausendwende über 60.000 verkaufte Exemplare vorzuweisen. Die Abschmelzung dürfte mit dem allgemeinen Trend zusammenhängen, dass Magazine „für Web-Profis“, so warb auch das Internet Magazin für sich, mit der zunehmenden Digitalisierung paradoxerweise einen schweren Stand hatten. Gedrucktes für Web-Geeks – das wirkt zunehmend wie der Versuch, auf einer Glatze eine Locke zu drehen.

Dem Vernehmen nach gab es auch verärgerte Leser, die mit der Umpositionierung zu einem Magazin für die digitale Wirtschaft nicht einverstanden waren. Den Relaunch der Zeitschrift hatte federführend der Berater Thomas Knüwer (ehemals Wired Deutschland, Handelsblatt) als „Editor at Large“ betreut. Als Zielgruppe gaben Weka und Knüwer Digital-Verantwortliche in klassischen Unternehmen, Dienstleister und Startups an. Mithin eine ganz andere Zielgruppe als die eigentlichen Leser, die das Heft vorrangig wegen Fachthemen für Entwickler kauften.

Hätte man das Magazin also einfach so lassen können? „In der damaligen Form hätten wir das Internet Magazin nicht weitergeführt“, sagte Weka Media Publishing-Chef Kai Riecke auf MEEDIA-Nachfrage. Der Relaunch sei ein Versuch gewesen, das Magazin mit anderer Ausrichtung zu einem Erfolg zu machen. Doch relativ rasch sei klar geworden, dass der Einzelverkauf nicht anzieht.

Der Verlag hat offenbar bereits im Vorfeld Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Der Vertrag mit Thomas Knüwer, der ein weniger „geekiges“ Magazin machen wollte, lief nur bis Ende März. Für das Blatt war im Verlag ein Redakteur verantwortlich. Die Kosten waren also bereits ziemlich niedrig.

Das Ersatzmagazin Screenguide könnte nun wieder besser zur originären Zielgruppe passen. „Screenguide ist das Profimagazin für Webverantwortliche, Entwickler und Designer“, heißt es in der Eigenbeschreibung. Statt viermal im Jahr soll das Fachmagazin nun alle zwei Monate erscheinen.

Eine offene Frage ist indes, ob das Internet Magazin nicht funktioniert hat, weil es die beschriebene Zielgruppe in der Form und Machart nicht interessiert hat – oder ob die Zielgruppe generell kein Interesse hat, für solche Zeitschriften Geld auszugeben. Eine dritte Variante: Weka hat nicht genug Geduld gehabt. Im Jahresverlauf wird man dazu möglicherweise mehr Informationen sammeln können – ab Herbst erscheint Condé Nasts Wired monatlich.

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