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Intendant Steul in der Kritik: Was ist eigentlich los beim Deutschlandradio?

Hat am 31. August seinen letzten Arbeitstag: Deutschlandradio-Intendant Willi Steul geht in Rente
Hat am 31. August seinen letzten Arbeitstag: Deutschlandradio-Intendant Willi Steul geht in Rente

Beim Deutschlandradio hängt der Haussegen schief. Zwischen dem Intendanten Willi Steul und einem großen Teil seiner Redakteure in Köln und Berlin soll weitgehend Funkstille herrschen. Ein Brandbrief eines Mitarbeiters sorgte dafür, dass die schlechte Stimmung nach außen drang. Steul sagt, seine Mitarbeiter seien strukturkonservativ. Diese werfen ihm Konzeptlosigkeit vor.

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Beim Deutschlandradio soll die „Hütte brennen“. Worum geht’s?
Seit langem, heißt es in einem internen Schreiben, das MEEDIA vorliegt, seien Mitarbeiter des Deutschlandradios „mit der Arbeit der Intendanz und der Programmdirektion unzufrieden“. Der Spiegel formulierte das in einem Artikel diese Woche drastischer. Bei dem öffentlich-rechtlichen Radiosender brenne „die Hütte“. Der Senderchef Willi Steul werde intern als „Intendantendarsteller“ kritisiert, der Mitarbeiter wie ein „Bulldozer niederwalze“. Konkret lauten die Vorwürfe an Steul, er nehme die etwa 1.400 Mitarbeiter in den insgesamt drei Sendern nicht genug mit beim Umbau und der Positionierung von Deutschlandfunk (in Köln), Deutschlandradio Kultur und Dradio Wissen (in Berlin). Er sei entscheidungsschwach und konzeptlos. Steul wird darüber hinaus Verschwendung von Gebührengeldern vorgeworfen.

Das Deutschlandradio feierte gerade erst seinen 20. Geburtstag. Warum kochen die Vorwürfe ausgerechnet jetzt hoch?
Auch wegen der Feierlichkeiten. Direkt hängen die nun nach außen getragenen Verwerfungen aber mit einem Offenen Brief zusammen, den ein langjähriger Mitarbeiter am 26. März, dem Tag des Festaktes, an Intendant Steul geschrieben hatte. Die Rede ist von „groben Managementfehlern“, einer „desaströsen betriebswirtschaftlichen Verfassung des Senders“ und einer verfehlten Personalentwicklung. Der Mitarbeiter ging so weit, von einem „kranken Umfeld“ zu schreiben.

Wie hat Steul reagiert?
Er sprach u.a. mit Spiegel und Süddeutscher Zeitung. Tenor von Steuls Kommunikationslinie ist, dass er unbequeme Veränderungen anstoße und damit „Ängste“ unter den Mitarbeitern schüre. Aber diese Veränderungen seien nötig, sonst „verkruste“ die Struktur. Die drei Sender müssten besser als bisher voneinander abgegrenzt werden, damit sich das Deutschlandradio eben nicht der Verschwendung von Geldern verdächtig mache. Was diesen speziellen Vorwurf angeht, weist Steul alle Anschuldigungen zurück. Der Sender werde scharf kontrolliert. Was Steul in der SZ zugab, war, nicht gut genug gegenüber den Mitarbeitern zu kommunizieren. Damit habe man „ein großes Problem“. Es sei aber auch „nicht immer das reine Vergnügen, Intendant des Deutschlandradios zu sein“.

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Und was ist wirklich dran an den Vorwürfen?
Ob der Vorwurf des Missmanagements wirklich zu belegen ist, scheint fraglich. Offenbar gemeint ist die Sanierung eines Studios für angeblich 1,5 Millionen Euro, während gleichzeitig ein neues Sendezentrum ausgebaut wird. Doch der umstrittene Intendant wird sich hier abgesichert haben. Was schwerer zu wiegen scheint, sind die „weichen“ Vorwürfe in Richtung Intendanz – Steul habe gar keine richtigen Konzepte für die Positionierung der Sender, scheue Konflikte und stoße Mitarbeiter regelmäßig vor den Kopf. An einer Programmreform bei Deutschlandradio Kultur doktert der Sender schon zwei Jahre herum, ohne dass es konkrete Umsetzungspläne gebe, sagen die Kritiker. Steul beteuert, es gebe sehr wohl ein Konzept.

Wie geht es weiter?
Das Verhältnis zur Führungsebene des Senders sei „zerrüttet“, heißt es intern. Steuls Vertrag wurde indes bereits 2012 verlängert – er soll bis April 2019 die Geschicke der Sender bestimmen. Eine Arbeitsgruppe, die die jüngsten Vorfälle und –würfe aufarbeiten soll, wurde eingerichtet. Steul sagt, dies sei auf seine Initiative hin geschehen, Mitarbeiter sprechen von Druck, der auf Steul ausgeübt wurde. Ob von den Aufsichtsgremien eine Moderation des offenbar verfahrenen Verhältnisses zu erwarten ist? Unklar. Wie in allen öffentlich-rechtlichen Sendern ist die Staatsferne nur ein relativer Wert. In dieser Woche stehen erstmal Personalversammlungen an.

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Alle Kommentare

  1. Willi Steul ist ein unwissender Lügner voller Hinterlist, was man schon an seinem Antlitz sehr deutlich erkennen kann! Er sagt, dass die „Salafisten islamische Laien“ seien – wer sich aber nur ein wenig mit dem Koran befasst, der weiß, dass sich die Salafisten und der IS mit dem Koran am meisten beschäftigt haben. Man kann das alles nachlesen auf der „Korananalyse“ im Internet. Der Sender „Deutschlandradio“ schwadroniert mit ein paar völlig bedeutungslosen Koranversen im Internet, um die deutsche Bevölkerung in absoluter Umnachtung und Vernebelung konstant zu halten! Der menschenverachtende Radiosender sagt ebenso, dass doch die gesamte deutsche Bevölkerung den Islam tolerieren oder auf etwa 80% festlegt, obwohl das genaue Gegenteil der Wahrheit entspricht. Ich habe diesen Sender einmal angeschrieben und mich bei ihm beworben, um über den Koran aufzuklären; aber ich bin sicher, dass sie die Wahrheit felsenfest ablehnen werden.

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