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Microsofts Börsen-Boom: die Vorschuss-Lorbeeren für Mr. Nadella

Microsoft-CEO Satya Nadella (Foto: dpa)
Microsoft-CEO Satya Nadella (Foto: dpa)

Bemerkenswertes Comeback eines scheinbar Gestrigen: Microsoft, zur Jahrtausendwende noch wertvollster Konzern der Welt, ist an der Börse wieder so gefragt wie seit 2000 nicht mehr. Wie kommt’s? Das Kerngeschäft ist weiter in Schuss und der neue Vorstandschef Satya Nadella genießt an der Wall Street viel Vorschussvertrauen. Auf der heute beginnenden Entwicklerkonferenz Build muss er liefern.

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41,42 Dollar: Das ist der Schlusskurs von gestern, auf dem Microsoft so hoch notierte wie im März 2000 nicht mehr. Das Kursniveau hat dem Softwareriesen, der über 14 Jahre auf Notierungen über der 40 Dollar-Marke warten musste, kaum einer mehr zugetraut. Microsoft war zum Inbegriff eines erstarrten Riesen geworden, der in der vergangenen Dekade einen Trend nach dem anderen verpasst hatte – vom MP3-Player über das Smartphone bis hin zum Tablet.

Meistens kamen Microsoft Antworten auf Apples Produktfeuerwerk zu spät, manchmal zu früh wie mit dem TabletPC – vor allem aber gingen sie am Geschmack des Verbrauchers vorbei. Im Internet wurde erst die Suche verpasst, dann die sozialen Netzwerke. Der Marktanteil des Betriebssystems Windows ging mit dem Paradigmenwechsel vom Desktop zum Tablet in den Sinkflug über – Windows ist nach Jahrzehnten nicht mehr Microsofts beste Cash Cow.

Satya Nadella beweist Flexibilität mit Office auf dem iPad

Den Löwenanteil der Umsätze fährt der nach Apple und Google immer noch drittwertvollste Technologiekonzern inzwischen mit seiner Office-Software ein, die es seit vergangener Woche nun ironischerweise auch endlich auf das iPad geschafft hat. Doch auch die boomende Office-Sparte spürt angesichts von Kostenlos-Angeboten wie Google Docs bzw. günstigeren Alternativen wie Apples iWork steigenden Gegenwind. Mit anderen Worten: Microsoft erscheint 2014 angreifbar wie selten. 

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Woher kommt da der Optimismus der Wall Street? Zum einen ist er den immer noch leicht steigenden Rekordgewinnen und -umsätzen geschuldet, vor allem jedoch dem Vertrauensvorschuss in den neuen CEO Satya Nadella, der mit dem Launch von Office für das iPad seine Flexibilität bewiesen hat.

Hohe Erwartungen vor Build-Konferenz

Die nächste Bewährungsprobe kommt für den 47-jährigen Microsoft-Veteranen nun ab heute in Form der Entwicklerkonferenz Build, auf der Nadella seine Zukunftsvision für den Software-Pionier präsentieren muss, der Ende der Woche 39 Jahre alt wird. Im Fokus dürfte die nächste Generation seines Betriebssystem stehen, Windows 9.

Vor allem jedoch dürfte Nadella bestrebt sein, Microsoft als integrierten Technologiekonzern zu positionieren, der nach Apples Vorbild Soft- und Hardware aus einem Guss liefert. Eine wichtige Rolle dürfte dabei auch die neue erworbene Smartphone-Sparte von Nokia spielen: Neue Geräte, vielleicht sogar eine Smartwatch, wird von der finnischen Konzerntochter erwartet. Keine Frage: Die Erwartungen sind hoch, das drückt der Aktienkurs auf 14-Jahreshochs aus.

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