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Office auf dem iPad: Historischer Schritt, happiger Preis

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Foto: dpa Microsoft bringt Office aufs iPad

Microsofts Office-Software ist nun doch noch auf Apples iPad gekommen. Am Donnerstag kündigte der neue Vorstandschef Satya Nadella den nahezu historischen Schritt an. Aber teuer wird's für die Nutzer: Wer Word, Excel oder Powerpoint auf dem Apple-Tablet nutzen will, muss 90 Euro bezahlen – pro Jahr! Apple kassiert unterdessen die üblichen 30 Prozent Provision.

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Ist das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft? Per Twitter begrüßte Tim Cook niemand Geringeren als den neuen Vorstandschef eines ehemaligen Erzrivalen: „Willkommen auf dem iPad und im AppStore“, gerichtet an @satyanadella, seit nunmehr 52 Tagen Microsoft-CEO.

Man kann den Schritt fast historisch nennen. 17 Jahre ist es her, als Apple-Gründer Steve Jobs zu seiner Rückkehr den Schulterschluss mit dem Erzrivalen Bill Gates suchte und die verhasste Office-Software – Word, Excel und Powerpoint – tatsächlich auf den Mac brachte. Dafür bekam er im Gegenzug eine Finanzspitze von Microsoft über 150 Millionen Dollar, die Apple zum Überleben benötigte.

Nach vier Jahren: MS Office kommt doch noch aufs iPad

Knapp zwei Jahrzehnte später haben sich die Vorzeichen komplett gedreht: Der damalige Pleitekandidat Apple ist heute der wertvollste Konzern der Welt und braucht die Kooperation mit Microsoft weitaus weniger als der Software-Riese, der im Internetzeitalter eine Chance nach der nächsten liegen lässt. MP3-Player, Smartphone, das richtige Tablet, Internetsuche, Social – Apple, Goole und Facebook führten Microsoft in den vergangenen zehn Jahren vor, wie man neue Trends setzt und sie monetarisiert.

Dass die Office-Software, die sogar die jahrelange Cash Cow Windows nach Umsätzen inzwischen abgelöst hat, nun vier Jahre nach dem Debüt doch noch das iPad erreicht, wirkt wie eine Ironie der Geschichte. Jahrelang versuchte Steve Ballmer mit den Vorzügen der Office-Software erst die Windows-Welt, dann das eigene Tablet Surface zu verteidigen – erfolglos.

Halbherzige iOS-Öffnung: Keine Standalone-App, kein direkter Kauf möglich  
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Windows hat sich so überlebt wie der stationäre PC, der gegenüber dem Trendprodukt Tablet mengenmäßig immer mehr ins Hintertreffen gerät, während Kostenlos-Angebote wie Google Docs Microsoft Marktanteile kosten. Der konzerneigene iPad–Killer Surface sieht gegen Apples Kult-Tablet indes keinen Stich – auch nicht mit dem Anreiz der eigenen Office-Software. 

Also folgt endlich die Öffnung für das mit Abstand bestverkaufte Tablet der Welt: wenn auch sehr halbherzig. Nicht als eigenständige App und erst recht nicht nach Programmen gestückelt stellt Microsoft Office ins Apples App Store, sondern als Freemium-Modell, mit dem Office-Dokumente zwar kostenlos sichtbar, aber nicht editierbar werden. Wer mit Office auf dem iPad arbeiten will, muss zahlen – und zwar jährlich.

30-prozentige Umsatzbeteiligung gilt auch für Microsoft

Analog zur Online-Version Office 365 kostet auch die iPad-Version die happige Jahresgebühr von 90 Euro bzw. 10 Euro im Monat. In anderen Worten: Die iPad–Version ist ein schönes Feature für Office-Kunden, die ein iPad besitzen, kaum aber für iPad-Besitzer, die sich für Office Software interessieren. Zumal es Apples eigene Office-Software iWork mit Microsoft inzwischen aufnehmen kann und mit 9 Euro pro App weitaus erschwinglicher ist bzw. bei Kauf eines iOS-Gerätes gar kostenlos bereitgestellt wird.         

Wer sich trotzdem über das iPad für Office entscheidet, spielt Apple ebenfalls in die Karten: Die 30-prozentige Umsatzbeteiligung für App-Entwickler gilt auch für Microsoft. So oder so: Das Geld fließt weiter nach Cupertino. Da kann man sich schon mal wie Tim Cook per Tweet bedanken und dem Erzrivalen gute Geschäfte wünschen…

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