Anzeige

Investorengelder für News-Medien sind Tropfen auf heißem Stein

Pew-Research.jpg

Es tut sich etwas in der Nachrichtenbranche. Neue Investoren helfen, neue digitale Newsformate auf die Beine zu stellen. Gleichzeitig brechen aber die Jobs in klassischen Nachrichtenmedien weiter weg, diagnostiziert der aktuelle Report "State of the News Media 2014".

Anzeige
Anzeige

Einmal im Jahr berichtet das Pew Research Center über die Lage der Nation, bzw. die Lage der Medien, die sich auf die Nachrichtenproduktion und -verbreitung spezialisiert haben. In den Vorjahren in der Regel mit negativen Vorzeichen, denn im Vordergrund stand der Stellenabbau vor allem in Zeitungsredaktionen.

Daran hat sich auch nichts geändert, denn diese Verlagsjobs schmelzen weiterhin rasch ab, heißt es im Bericht. Das neue Geld, das Philantropen wie Finanzinvestoren in Medien-Startups steckten, mache derweil nur einen Bruchteil des Geldes aus, das insgesamt im Profi-Journalismus steckt. Von den 60 Milliarden Dollar Umsatz, die die Branche erzielt, entfielen auf Werbung etwa zwei Drittel der Erlöse. Ein Viertel entfiele auf Vertriebserlöse – und nur etwa ein Prozent auf Wagniskapital und Spenden.

Darum kommt der Report auch zu dem Schluss, dass Investitionen von Milliardären wie Jedd Bezos (Washington Post) oder Pierre Omidyar (The Intercept) eher helfen, neue journalistische Formate zu entwickeln, als dass hier eine neue, nachhaltige Erlösstruktur für Nachrichtenmedien aufgebaut wird. Wozu neue Newsformate wie Vice, Huffington Post, BuzzFeed und Quartz allerdings schon beitrügen, sei der Aufbau eines neuen internationalen Korrespondentennetzwerkes. Alle der genannten Marken bauen ihre Auslandsbüros aus – während klassische Korrespondenten bei US-Zeitungen immer weniger werden.

Anzeige

Ein Thema, das auch der Pew Report aufgreift, sind die steigenden Werbeerlöse mit „nativen“ Anzeigenformaten. Während viele bekannte Marken das digitale Werbeformat, das Anzeigen wie redaktionellen Inhalt aussehen lässt, zunächst mit Argwohn betrachteten (u.a. das Wall Street Journal), sind nun sehr viele Verlage auf den Trend aufgesprungen. Schlicht, weil hier trotz einiger Risiken wie der Verwässerung des Angebotes viel Geld zu verdienen ist. Bisher, so der „State of the News Media“-Report, gebe es noch zu wenig Daten, die eine klare Haltung zu den Formaten erkennen ließe.

Die Forscher haben auch herausgefunden, dass obwohl Facebook-Nutzer auch (und vermehrt) Nachrichten in ihrer Timeline entdecken, ihre Beschäftigung mit und auf News-Seiten letztendlich oberflächlich bleibt. Nur ein Drittel derjenigen US-Nutzer, die Facebook als Nachrichtenquelle benutzen, folgen auch tatsächlich einer Medienmarke oder einem Journalisten. Die Mehrheit bekommt die Nachrichten über Freunde zugespielt. Zum absoluten Wachstumsmarkt erklärt die Studie – nicht ganz überraschend – das Bewegtbild. Vor allem die Werbeerlöse zögen deutlich an, wenn auch von einer niedrigen Basis kommend.

Weitere detaillierte Erkenntnisse finden sich direkt auf der Seite des Pew Research Center.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*