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Das Zynga-Problem: Candy Crush-Anbieter King crasht an die Börse

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Candy Crush von King.com

16 Prozent Minus zum Börsendebüt: So liest sich die Bilanz nach den ersten sechs Stunden an der Wall Street für den Online-Spieleanbieter King Digital. Es ist der mit Abstand schlechteste Börsenstart des bisherigen Jahres. King wird die Abhängigkeit von seinem Kassenschlager Candy Crush zum Verhängnis, der seinen Zenith bereits überschritten haben könnte.

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Die ersten Indikationen trugen nicht. Anders als bei Twitter wurde die Bookbuildingspanne beim IPO von King Digital nicht angehoben – der Ausgabekurs der Aktie lag mit 22,50 Dollar in der Mitte der Kurstaxe.  Es sollte der höchste Kurs sein, den der Anbieter des extrem beliebten Online-Spiels Candy Crush gestern sehen sollte. Sekunden nach dem Börsenstart ging es auf 20,50 Dollar herunter, weniger später fiel die 20-Dollar-Marke.

Bilanz am Ende eines desaströsen ersten Handelstages: Ein Minus von fast 16 Prozent auf 19 Dollar. Es war der bislang schwächste Börsengang des Jahres – mit Abstand. Tatsächlich performte seit dem Debüt des Lehrbuch-Verleihers Chegg im vergangenen November kein Börsenneuling schlechter.

Günstigere Bewertung als Zynga und Giant Interactive

Wie ist der Crash des Candy Crush-Anbieters nun zu erklären? Dank des zuckersüßen Erfolgs von Candy Crush sind Kings Umsätze im vergangenen Jahr schließlich explodiert. Tatsächlich haben sich die Erlöse förmlich auf schier zauberhafte Weise verzwölffacht – von 164 Millionen auf 1,88 Milliarden Dollar. Unterm Strich blieb auch jede Menge hängen: Bemerkenswerte 568 Millionen Dollar fuhr King im vergangenen Geschäftsjahr netto ein – mehr als Twitter, LinkedIn und Amazon zusammen. 

Auf Basis des Ausgabekurses wurde King mit 7 Milliarden Dollar bewertet – das ist nur das 2,7-fache des erwarteten diesjährigen Umsatzes. Für Rivale Zynga ist die Wall Street bereit, den 5,2-fachen Umsatz zu bewilligen, während Giant Interactive derzeit sogar auf einen Börsenwert der 6,2-fachen Erlöse kommt.

Enorme Abhängigkeit von Candy Cush
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Allerdings: 80 Prozent der Umsätze werden durch das boomende Puzzlespiel bestritten.  In anderen Worten:  Die Abhängigkeit von dem einen Spiele-Hit beunruhigt Analysten und Anleger, zumal der Höhepunkt des Candy Crush-Hypes erreicht scheint und die Erlöse ausgerechnet im Weihnachtsquartal sogar zuletzt leicht zurückgingen.

Was nach dem Überschreiten des Zeniths folgt, konnten Anleger in den letzten 24 Monaten beim Rivalen Zynga beobachten, der Nutzer zuvor mit „Farmville“ und „Mafia Wars“ vor allem auf Facebook in den Bann gezogen hatte  – bis die „Candy Crush Saga“ vor allem als App auf dem Smartphone in Mode kam.

Zynga als abschreckendes Beispiel

Zyngas Aktie debütierte 2011 ebenfalls mäßig an der Wall Street, um sich in den Folgemonaten nochmals aufzuraffen und bei über 14 Dollar auf Allzeithochs zu notieren. Danach folgte der brutale Absturz auf in der Spitze unter 2 Dollar, als Farmville und MafiaWars aus der Mode kamen und die Spieler weiterzogen. 

Sollte Candy Crush ähnlich in der Nutzergunst sinken, hat der britische Online-Spiele-Anbieter King das Zynga-Problem: Trotz 180 weiteren Online-Spielen ist ein Candy Crush-Nachfolger nicht annähernd nicht in Sicht. Die nächsten Wochen an der Börse dürften King-Aktionäre spannend werden.

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