Anzeige

Kermit statt Steve McQueen: Zeit bringt neues Männermagazin

Zeit-Mann.jpg

Keine Auto-Themen, keine Sixpack-Tricks, keine Bunnies und kaum Sex: Am Donnerstag kommt die erste Ausgabe von Zeit Mann. Dem ersten Magazin der Wochenzeitung nur für Ihn. Allerdings will der maskuline Print-Neuling ganz ohne die klassischen Männer-Magazinthemen auskommen. Wobei: Bei der Bebilderung setzt das Blatt ausschließlich auf Puppen.

Anzeige
Anzeige

Im Gegensatz zu sonstigen Männermagazinen ist das mit den Puppen durchaus wörtlich zu nehmen. Der Zeit-Spin-off zeigt bei seinen Bildern keinen einzigen echten Menschen. Cover-Model ist Kermit der Frosch. „Warum jetzt Kermit?“, fragt Matthias Kalle unter dessen Regie das Magazin entstand in seinem Editorial. „Nun: Kermit betreibt seit vielen Jahren ein Theater, er ist ein umtriebiger Geschäftsmann und ein Entertainer“. Er wisse über die Kraft der Selbstironie, nimmt sich nie zu ernst und schaut trotzdem immer genau hin. „Das macht Kermit für uns zu einem Mann von heute“.

Seite 1-2

Inhaltlich verspricht das Magazin 33 gute Nachrichten für den Mann von heute und drei schlechte für den Mann von gestern. Zu den Good-News gehören kurze Storys wie die Antwort auf die Frage, warum bei Männern ein Bäuchlein attraktiv ist, warum die Zukunft des Fernsehens golden und männlich ist oder warum der Mann zu den Siegern des Feminismus gehört.

Die drei schlechten Nachrichten lauten unter anderem, dass keiner mehr zuhören würde, wenn man ständig „Ich“ sage oder das die Nerd-Brille ein Relikt vergangener Tage sei.

30-31

Das liest sich alles ganz unterhaltsam. Den Grund warum die Wochenzeitung sich gerade dazu entschlossen hätte ein Männermagazin zu machen, erklärt Kalle gegenüber MEEDIA mit einer „Leerstelle“, die man erkannt hätte. „Wir lesen alle keine Männermagazine, weil sie nicht die Themen bearbeiten, die uns interessieren“. Das sieht beim anderen Geschlecht jedoch ganz anders aus. „Frauenthemen dagegen sind kein brachliegendes Medienfeld“. Als Bestätigung für seine These reicht ein Blick auf die Regalwände in jeden Kiosk, die meterweise mit Frauen-, Mode- und Wohlfühlheften befüllt sind.

Anzeige

Wer beim Männerheft der Zeit allerdings auf Autos, Fußball und Sixpack-Tipps hofft, wird mit einer Produktenttäuschung konfrontiert werden. „Das machen andere Hefte schon zur Genüge. Wir machen es anders“. Deshalb gibt es auch keinen Steve McQueen auf dem Cover, sondern einen Frosch.

Auch eine tiefe Analyse der Situation des Mannes liefert die Redaktion deshalb nicht. „Wir fügen der Debatte keine neuen Diskussionsbeitrag zu, weil wir nicht den hundertsten Essay zur Lage des Mannes machen wollten. Und vielleicht tut gerade diese Haltung der Debatte gut.“

6-7

Das Heft ist erst einmal als einmaliger Versuch geplant. Sollte die Spezial-Ausgabe erfolgreich sein, wollen die Hamburger und Berliner sich noch einmal zusammensetzen und überlegen. Ein Frauenmagazin ist allerdings nicht geplant. Hier sieht die Redaktion keine „Leerstelle“, sondern eher eine gesättigten Marke.

Ein bisschen Hauch von Playboy gibt es aber dann doch. Burdas Männermagazin schaltet eine ganzseitige Anzeige. So kommen über einen gewissen Umweg doch noch ein paar Bunnies in Heft.

 

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*