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Wulff & Co. – Transparency-Chefin warnt vor „medialer Lynchjustiz“

Edda Müller,Chefin von Transparency Deutschland Foto: dpa
Edda Müller,Chefin von Transparency Deutschland Foto: dpa

Die Chefin der Anti-Korruptions-Vereinigung Transparency-Deutschland, Edda Müller, warnt vor "medialer Lynchjustiz". Müller tritt zusammen mit Christian Fuchs, mit dem sie das Buch "Geheimer Krieg" geschrieben hat, am heutigen Mittwoch auf dem Demokratie Forum auf dem Hambacher Schloss auf. Die Berichterstattung der Medien im Fall Wulff bezeichnet sie als "skandallüstern und übertrieben".

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„Notwendig sind verantwortungsbewusste Journalisten, der sich der humanitären Gefahren von Vorverurteilungen bewusst sind. Zu beobachten ist eine mediale Form von Lynchjustiz, die aus meiner Sicht höchst problematisch ist.“ So zitiert Newsroom.de Edda Müller aus vorab veröffentlichten Thesenpapieren zu der Veranstaltung auf dem Hambacher Schloss. Müller fand die Zurschaustellung des Privatlebens von Ex-Bundespräsident Christian Wulff „wegen mutmaßlich wenigen hundert Euro Vorteilsnahme beispielsweise unangemessen, skandallüstern und übertrieben“.

Sie selbst und ihr Co-Autor Christian Fuchs haben in dem Buch „Geheimer Krieg“ den Staatssekretär a.D. und aktuellen Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) als einen Entscheider bei der verfassungswidrigen Stationierung des US-AFRICOM-Kommandos in Stuttgart benannt. Dies hält Fuchs – im Gegensatz zur Wulff-Berichterstattung – für angemessen, da es nur um Schmidts Rolle als Beamter ging und um Handlungen, die in seinem Büro stattfanden.

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Neben Edda Müller und Christian Fuchs nehmen u.a. der CDU-Bundestagsabgeordnete Clemens Binninger als Vorsitzender des parlamentarischen Kontrollgremiums der Geheimdienste sowie Valentina Kerst, die Leiterin des Landrates für digitale Entwicklung und Kultur, an der Veranstaltung teil. Die Moderation übernimmt SWR-Chefreporter Thomas Leif, der sich gerade mit einer Anklage wegen angeblich unrechtmäßig verbuchter Fördergelder für den Verein Netzwerk Recherche konfrontiert sieht.

 

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