Anzeige

Y-Titty-Effekt: Stell Dir vor es ist Schleichwerbung, und keiner regt sich auf

Y-Titty.jpg

Über 2,8 Millionen Menschen haben den YouTube-Kanal von Y-Titty abonniert. Bei Facebook sind über 940.000 Nutzer Freunde des Web-Comedy-Trios. Jetzt sehen sich die drei Spaßmacher mit Schleichwerbevorwürfen konfrontiert. Und wie reagiert die Community? So gut wie gar nicht. Der jugendlichen Zielgruppe scheint das Thema Schleichwerbung herzlich egal zu sein.

Anzeige
Anzeige

Das SWR-Magazin „Report Mainz“ will die Künstler beim Product Placement erwischt haben. Mittlerweile beschäftigt sich die zuständige Bezirksregierung Mittelfranken mit dem Fall. Der Vorwurf: Y-Titty soll unter anderem Schleichwerbung für Samsung, McDonald’s und Coca-Cola gemacht haben.

So heißt es beispielsweise in einem Video von Y-Titty über ein Festival: “Das Galaxy S4 Active ist extra für Festivals geeignet. Wenn’s runterfällt, dann geht’s nicht kaputt.”

Gegenüber dem SWR regte sich der Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, Jürgen Brautmeier, auf. “Diejenigen, die sowas machen, müssen auch kennzeichnen, dass da Werbung im Spiel ist. Solang das nicht passiert, haben wir Bedenken.” Das Problem: Während es fürs TV klare Regeln der Landesmedienanstalten und weiterer Behörden gibt, ist YouTube in Sachen Schleichwerbung eine Grauzone. Für populäre YouTuber und Werbekunden ist das ein lukratives Geschäft. So sollen sich Y-Titty – wenn auch nicht offiziell – Unternehmen für Werbe-Deals anbieten. Bis zu 50.000 Euro werden aufgerufen, so jedenfalls berichtet es „Report Mainz“.

Anzeige

Ob sich Y-Titty wirklich juristisch angreifbar gemacht haben, ist noch unklar. Eine andere Frage ist die nach der Glaubwürdigkeit und moralischen Verantwortung. Müssen Jugendliche, die die unmittelbare Zielgruppe der YouTube-Stars ausmachen, besonders vor Schleichwerbung geschützt werden? Bzw. sollten die Macher dieser Videos nicht gerade auf ihre Zielgruppe besonders aufpassen und auf entsprechende Deals deutlich hinweisen?

Stand Mittwochmittag lässt sich festhalten, dass sich die Zielgruppe für den vermeintlichen Schleichwerbeaufreger nicht groß interessiert. Von Shitstorm (noch) keine Spur. Zur Zeit finden sich bei Facebook bislang nur vereinzelte Wortmeldungen wie diese: „Moin, ich finde, ihr verarscht eure fanbase (zu der ich übrigens nicht gehöre). seine bekanntheit für werbezwecke zu verkaufen ist zwar schon billig, aber dann habt ihr noch eine gewisse vorbildfunktion und eine junge, leicht beeinflussbare community“. Auch bei Twitter gibt es den einen oder anderen kritischen Kommentar gegenüber Phil, TC und OG von Y-Titty.

Selbst beim eigentlich sozialen Heimatmedium von Y-Titty, bei YouTube, sind kaum Beschwerden zu beobachten. So kommentierte gestern ein Nutzer bei YouTube „Hi ich hab heut was von euch im Radio gehört. Das ihr angeblich 10.000 Euro per Schleichwerbung für Mc Donalds und Samsung bekommen habt. Ich finde des is übertrieben. Weil ich hab noch nie Schleichwerbung gesehen. Aber seit gewarnt.“ Statt Kritik, gibt es von den Fans lieber Hinweise auf mögliche schlechte PR.

PS:
Tatsächlich reagiert die Community auch mit viel Humor. Als Statement zum „Report Mainz“-Bericht postet YouTube GER ein Link zu „Walulis sieht fern: Das typische Politmagazin“.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*